Zkttarr ZnM 76 s
zu machen, theils durch die Nothwendigkeit, der Stimmung seinerAnhänger nachzugeben, veranlaßte. Um Prag gegen den KaiserSiegmund, der mit großer Macht gegen Böhmen anrückte, zu ver-theidigen, begab sich Ziska mit seinen Anhängern dahin. Erwurde hier am 14. Juli 7420 von einem viermal stärker» Heere,das der Kaiser durch die Hülfe einiger deutschen Fürsten zusammen-gebracht hatte, lebhaft angegriffen, schlug abex alle Stürme tapferzurück. Geldmangel, den der Kaiser nur zu oft fühlte, machte,deß der ganze Feldzug fruchtlos blieb. Im folgenden Jahre (142t)eroberte Ziska das, von den Königlichen noch besetzte, Schloß zuPrag und bekam da die vier ersten Canonen, die seit der Erfin-dung des SchießpulvcrS nach Böhmen gekommen, in seine Gewalt.Von dieser Zeit an wurden Kanonen, so wie das kleine Feuerge-wehr, welches letztre jedoch anfänglich nur Adlige sich anschaffenkonnten, bei den Hussiten und den Heeren ihrer Gegner gewöhn-lich. Aiska setzte seine Streifzüge in Böhmen fort, eroberte meh-rere feste Städte, gewöhnlich durch Sturm, und behandelte dieBesiegten mit Grausamkeit. Bei der Belagerung des SchlossesRaby verlor er durch einen Pfeitschuß auch sein zweites Auge; dochhinderte ihn seine Blindheit nicht, das Commando seines Heeresfortzuführen. Er ließ sich bei den Gefechten auf einem Karrenfahren, so daß er von seinen Leuten gesehen werden konnte, undnach der Beschreibung, die man ihm von der Gegend machte, ord-nete er die Stellung des Heeres an. Er hatte eine sogenannteunüberwindliche Brü d e rl e g io n, mit welcher er gewöhn-lich den Ausgang der Schlacht entschied. Ein beträchtliches Heer,das Kaiser Siegmund aufs neue wider ihn schickte, trieb er zurück,und drang (1422) selbst in Mähren und Österreich ein. Nur ein-mal, bei Kcemsir in Mähren, mußte ex weichen; eS war dies dssemzigemal, daß er im offnen Felde geschlagen wurde. Eine pest-artige Krankheit überfiel ihn plötzlich, als er eben das Schloß Przis-dislaw im czaslauer Kreise belagerte, und er starb am 11. Octo»der 1424. Er wurde in der Kirche zu CzaSlau begraben, und seinLteblrngsgewehr, ein eiserner Strcitkolben, über seinem Monumenteaufgehangen. Man erzählt den Umstand, daß Kaiser Ferdinand l.mehr als izo Jahre nachher, als er auf einer Reise nach Prag dieKirche zu Czaslau besuchte und erfuhr, daß Ziska da begraben läge,darüber so betroffen worden, daß er augenblicklich nicht nur dieKirche, sondern die Stadt selbst, wo er übernachten wollte, ver-lassen habe. Das Grabmal wurde im I. 1623 auf kaiserlichenBefehl abgebrochen, und Ziska's Gebeine fortgeschafft. Eine Za-bel ist es, daß Ziska befohlen habe, seine Haut als Trommelfellzu gebrauchen, weil die Feinde dadurch in Furcht gesetzt wer-den würden. Im Commando der Hussiten folgte ihm Prvcop, derden Ktieg noch lange mit Glück fortsetzte, aber auch die an BLH-lnen gränzenden Länder mit Grausamkeit verheerte. (Veral. d>Art. Hussiten.)
Zittau, s. Anh. z. d- Bde.
Znaim (Znoym), eine Stadt im Markgtasthum Mähren undHauptort eines Kreises gleiches Namens, in einer angenehmenGegend auf einem -Berge, an dessen Fuße die Tags fließt. DieEtadt hat 700 Häuser und 6000 Einwohner. Am Fuße des Ber-ßes liegt eine ehemalige, schöne Abtei der Prämonstratenser, dieliht zu einer großen kaiserlichenLabaksfabrik eingerichtet ist, welche