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774 Zoolithen Zoroaster

wir freilich das Gegentheil wissen. In den beiden gemäßigtenErdstrichen fallen die Sonnenstrahlen nur in schräger Richtungund die Hitze wird dadurch vermindert. Beide sind übrigens darineinander entgegengesetzt, daß wenn im gemäßigten nördlichenErdgürtel Sommer ist, so ist im südlichen Winter; nehmenim erster» die Lage zu, so nehmen sie im letzter» ab, und soumgekehrt. Von den beiden kalten Polen bleibt die Sonne im-mer weit entfernt, und weil ihre Strahlen hier nur sehr schrägniederfalle», so entsteht dadurch die große Kälte, In der nörd-lichen kalten Zone gibt es noch bewohnbares Land, aber diesüdliche ist ganz unwirthbar. Beide haben dieses mit einandergemein, daß sie fast ei» HalbesJahr nach einander Lag, und ebenso lange wieder Nacht haben. Zum Glück sind diese beiden un-freundlichen Erdgürtel die kleinsten. Wenn man die ganze Ober-fläche der Erde 'in tausend gleiche Theile theilt, so kommen aufdie heiße Zone Zy8, auf die beiden gemäßigten 520, und auf diebeiden kalten 82 solcher Theile.

Zoolithen, ein aus zwei griechischen Worte» (eben so wieZoologie, Zoophyten) zusammengesetztes Wort, wodurch, man inder Naturgeschichte fossile thierische Körperartcn bezeich-net, die bisweilen gefunden werden, und die für die Naturkundeder organisirten Körper (Zoologie) nicht unwichtig siod. Sie un-terscheiden sich von den eigentlich sogenannten Versteinerungen(s. d. Art.) oder den wahren Pxtrefacten dadurch, daß dieseletzter» organisirte, mit fremden Erdtheilen durchdrungene, unddurch die Länge der Zeit verhärtete und steinartig gewordene Kör-per sind. Man unterscheidet die Zoolithen noch der in derNaturgeschichte angenommnen Eintheilung der Thiere in sechs Clas-sen, in Tetrapodolithen oder fossile säugende Thierarten undderen Theile; zu diesen gehören die Knochen und Zähne von dernicht mehr bekannten Thierart Mammuih (s> d. Art.), welcheman am Ohio in Nordamerika findet; O rn it h 0 Ii t h en oder fos-sile Bögelgerippe, von denen man jedoch erweislich noch keine ge-fundn hat: Amp hib io lit h en oder fossile Körper oder Theilevon Amphibien; Jchthyolithen oder fossile Fische, von denensich gut erhaltene Gerippe in der Gegend von Verona finden, wo-bei dieses Besondre ist, daß in einer gemeinschaftlichen Lage Flnß-«nd Seefische und von letztem aus den entferntesten Oceanen vor-kommen; Entomolithen oder fossile Insekten, besonders imBernstein; Helmintholtthen oder fossile Gewürme und Theilederselben, die zum Theil sehr häufig gesunden werden.

Zoologie, f. Thier.

Zoophyten, s. Thier.

Zoroaster, oder Zerdutsch, ein Lehrer der Weisheit inPerstrn, der wenigstens sechsthalbhundert Jahr vor Christi Ge-burt gelebt haben muß. Aber sein Leben ist beinahe in ein ebenso undurchdringliches Dunkel gehüllt, als die Lebensgeschichte desHermes Lrisniegistus, Bei mehrern alten Bölkern hat man einenZoroaster zu finden geglaubt; und daher vermehren manche dieAnzahl der Zoroaster bis aus acht. Der persische — von demwir noch das Meiste wissen — war ein Verbefferer der Bolksreli-gion, und trug deßhalb er» neues Religionsbuch unter dem Na-men Send-Avesta (lebendiges Wort) zusammen , worin zwei höch-ste Grundwesen, ein gutes, Ormuzd (oder Orsmazes), dem man

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