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?8» Zugdögcl Zunge

Erystallisation aus einer nicht zu dicken Auflösung der Zuckers er-halten; der braune Kandis wird absichtlich gefärbt. Das Rafsi-niren des Zuckers ward in Venedig erfunden; seit 1570 bestehenaber schon in Deutschland Zuckerraffinerien. Sonst kann man auch 'aus Stärke, durch Sieden mit Schwefelsaure und uachherize Ent-fernung derselben mittelst Kalks, eine zuckerähnliche Masse erhalten,welche als Stärkenzucker zur Zeit der Cvntinentalsperre den Rohr-zucker ersetzen half und dessen Bereitung durch den PetersburgerAkademiker Kirchhofs entdeckt ward.

Zugvogel, s. Vogel. ' 1

Zumsteez (Johann Rudolph). war der Sohn eines würtem- lbergischen Kammerlakais. Er wurde im Jahre 176» zu Sachsen-flur im Schüpfergrunde im Rrttcrcanton Odenwald geboren, und .auf die Bitte seines Vaters später in die militärische Pslanzschule 'auf der Solitude bei Stuttgart aufgcnomnien. Anfänglich be-stimmte man ihn zum Bildhauer, aber sein musikalisches Talentsprach sich zu laut und mächtig, aus, als daß man noch längeranstehen konnte, ihn von einer Bahn zurückzuhalten, auf der erin der Folge mtt so vielem Ruhme wandelte. Die herzogliche Ca-pelle war damals reich an vorzüglichen Mitgliedern, Inmsteeggenoß den Unterricht der vorzüglichsten Meister mit vielem Er-folge. Schon während seiner akademischen Laufbahn comvonirte ler mehrere Singspiele, Cantaten und die Gesänge zu SchillersRäubern, dessen Jugendgefährte und vertrauter Freund er war.

Als er hierauf als Hofmusikus bei der hcrzvzl. Capelle angestelltwurde, csmponirte er Klopstocks Zrühlingsfeier, eine Messe undmehrere Balladen und Lieder, wodurch er sich den Beifall des Ho-fes und des PublicumS in dem Grade erwarb, daß er nach dem !Abgänge des Eapellmeisters Poli zum herzoglichen Eoncertnceister ^ernannt wurde. Am 27sten JäNner 1802 endete ein Schlagflaß isein thätiges Leben, zu früh für die Kunst, der er so viel war. jEr war der erste deutsche Componist, der sich in Balladencompoß-vionen mit entschiednem Glück versuchte; der Beifall, den seineBüßende, dcö Pfarrers Tochter von Taubenheim u. a. m. erhiel- Iten, war allgemein und gerecht. Auch seine Lieder sind auSge- !zeichnet gelungen, besonders ist seine Kolma ein herrliches Produtt. !Unter seinen Opern sind die Geisterinsel, Eibondakani und dasPfauenfeft die gelungensten. Nickt nur als Künstler, auch als !Mensch war Zumsteeg hoher Achtung werth.

Zünd wurst, ein wurstähnlichcr, mit Pulver gefüllter Sack, jvermittelst dessen beim Miniren das Feuer au den bestimmten Drtgeleitet wird. !

Zünfte, s. Gilde. i

Zunge. Mit dem Namen der Zunge bezeichnen wir d« sfleischigen, mit Haut umgebenen Körper in der Mundhöhle undtheilen sie in die Wurzel, die im Rachen am Zungenbeine be-festigt ist, in den Körper und in die Spitze. Die Haut, wei-he sie umgibt, ist eine Fortsetzung der, die den Mund im Jnuernüberhaupt überzieht. Im Ganzen genommen ist sie sehr gefäß-reich, auf der Fläche sehr feucht, weil ihre Gefäße viel Säfte ab- ,''andern und der Schleim im Munde sie befeuchtet. Unten schlagtsich diese Haut zusammen und bildet das Zungenbändchen, das !btl neuq-'vornen Kindern bisweilen zu weit vorgeht und dann ei-ne« kleinen Einschnitt sodert. — Die Zunge ist has Organ d<»