Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
Seite
782
JPEG-Download
 

782

Zürich

dre Aufsicht. Der ganze Canton ist iu elf Distrikte abgetheilt,deren jedem ein Oberamtmann vorsteht. Die erste Instanz machendie Friedensrichter. Der größte Theil der Einwohner ist der re»formirten Religion zugethan., Die Einkünfte des Eantons bctra,gen über 671,000 schweizer Franken, die Ausgaben etwas weniger.Der Betrag der von dem Canton an das Ausland geliehenen Ka-pitalien wurde vor einigen Jahren zu 1,400,000 schweizer Frankenangegeben. — Zürich, die Hauptstadt des Eantons, liegt ander schnell fließenden Limmat, da, wo diese aus dem züricher Seeheraustritt, in einer überaus angenehmen und fruchtbaren Gegend.Die Limmat, welche im Canton GlaruS entspringt, anfangs dieLlnth heißt, und erst bei Zürich den Namen Limmat erhält, theiltdie Stadt in zwei ungleiche Theile, welche durch Brücken mit ein-ander verbünden sind. Die Stadt ist mit Wall und Graben um-geben und hat in 1160 Häusern 10,600 Einwohner. Unter den öf-fentlichen Gebäuden zeichnen sich vorzüglich aus: das große MLn--ster, in welchem d-r Staatsschatz verwahrt und bei welchem einChorherrnstlfr ist, das Frauenmünstcr, das ansehnliche Rathhaut,das sehr zweckmäßig eingerichtete Waisenhaus und das große Bür-gerjpital. Au den vielen öffentlichen Promenaden, die zum Theilin der Stadt selbst sind, gehört der Schützen platz, wo deiIdyllendichters, Salomon Geßners, marmornes Denkmal steht. Andem 1520 gestifteten akademischen Gymnasio oder der Akademiesind 15 Professoren angestellt. Die vom Professor Usteri im Jahre177z errichtete Töchterschule ist das Muster für andre Anstal-ten dieser Art geworden. Zürich enthält verschleime literarische,Kunst- und andre Sammlungen, z. B. die Stadtbiblkolhek nebstdem Wünzcabknet, die an Handschriften reiche Bibliothek derChor-herren; die physikalische Gesellschaft besitzt eine gute Bibliothek,ein Naturaliencabinet und vortreffliche Instrumente. Auch Pri-vatpersonen haben ausgezeichnete Sammlungen. Die züricher Ge-lehrten haben sich unter allen Schweizern am meisten ausgezeichnet.Ulrich Zwingli, zwar nicht in Zürich geboren, hielt hier am 1.Jan. 1519 seine erste Predigt und legte hier den Grund zu derGlaubensänderung, die sich von Zürich aus weiter in der Schweijverbreitete. Die Namen Bodmer — als Litcrater, weniger alsDichter — und Breitinger (beide rüstige literarische Kämpfer gegenGottsched), Konrad Geßner, Salomon Gcßner, Heidegger, Lavater,sindiy der Geschichte verdeutschen Literatur bekannt. Auch die Landleute derUmgegend von Zürich haben zum Theil viel Bildung; Hirzelsphilosophischer Bauer liefert ein Beispiel davon. Die Sit-ten der Einwohner Zürichs sind einfacher und strenger, als in ver-schiednen andern großen Städten der Schweiz; Pracht- und Poli-zeigesetze halten sie immer in gewissen Schranken. In Zücktherrscht große Industrie; diese Stadt ist nebst den zunächst liegen-den Dörfern der Mittelpunkt, in weichem sich die verschiedenZweige von Manufakturen, die durch den größten Theil des Car-tons verbreitet sind, vereinigen. Die Baumwollen - und Muffe-linmanufacturen sind die wichtigsten unter allen; bedeutend sindauch die Manufakturen leichter seidner ' Stoffe, weniger wichtigdie Leinwand-, Wollen- und Ledermanufacturen, obgleich auchmit diesen Fabrikaten ein nicht unbeträchtlicher Handel getriebenwird. Äußer dem Handel mit Manufacturwaaren beschäftigen auchder Spedilionshandel mit Gütern zwischen Drutschland und Jta-

8

s-

C

v>

pl

la

a:

ck

sei

»I!

de

ist

an

di

ru

E

nu

die

ter

liä

Au

we

pel

au>

wü

risi

Eil

fehi

der

-en

drei