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Zwicka» Zivinglt 787
Pfropfen und besondre Wartung so gezogen ist, daß er keinenStamm in die Höhe treibt, sondern bald über der Wurzel sich inZweige ausbreitet, und nichts desto weniger viele und gute Früchteträgt.
Zwickau, eine Stadt im «rzgebirgischen Kreise des König-reichs Sachsen, der Sitz eines Amtes, welches mit den ÄmternWildenfels, Wielenburg und Gchwarzenberg den zweiten BezirkL.S Kreises ausmacht und unter einem besondern Amtshauptmannesteht. Dre Stadt liegt an der Mulde, welche hier viele Mühlentreibt, in einem sehr anmukhigen Thale, uns hat in ungeiähryoo Häusern etwas über 4000 Einwohner. Es werden hier Tücherund Kattune fabricirt, Leder zugerichtet und Werkzeuge für dieWvllarbeiter verfertigt. In der Stadt gibt es drei Kirchen undeine lateinische Schule, die immer in Ansetzn gestanden hat, undeine nicht unbeträchtliche Bibliothek nebst einer Naturaliensamm-lung besitzt. In dem hiesigen Schlosse wurde im Jahr 1775 einZucht- und Arbeitshaus "angelegt. Die Sträflinge sind hier inzwei Efassen, die härtere und gelindere, getheilt. Die Arbeitenderselben, die zweckmäßig eingerichtet sind, verschaffen einen nichtunbedeutenden Ertrag. Eine Stunde von Zwickau, bei Planiz,finden sich sehr reichhaltige Kohlenwerke.
Zwilling« (Oio,cnri) waren nach der Mythologie zweiSöhne des Jupiters und derLeda, Eastor und Petlux. Werdezeichneten sich als Kämpfer und Helden auS: jener besonders durchseine Geschicklichkeit im Reiten, dieser im Ringen; daher auchbeide als Vorsitzer bei den Wettkämpfen verehrt worden. Sie be-freiten das Meer von Seeräubern, waren mit bei dem berühmtenArgoncmtenzugc, befreiten ihre vom TheseuS entführte SchwesterHelena u. s. w. Da aber nur Eastor unsterblich, Polluxaber ganz menschlicher Natur war, so theilte jener diesem seine Un-sterblichkeit mit, und sie wurden endlich beide von ihrem VaterJupiter unter die zwölf Zeichen des Lhierkreises am Him-mel, gewöhnlich mit zweiSternen Überm Haupte, gesetzt. Die See-fahrer besonders riefen diese Gestirne bei gefährlichen Stürmen umRettung an, die ihnen denn auch, sobald jene am Himmel erschie-nen, wiederfuhr.
Zwingli (Ulrich). Dieser mit Luthern gleichzeitige Refor-mator wurde zu Wildinhauien in der schweizerischen GrafschaftTöggenburg am i. Jan. 14S4 geboren. Er legte von seinem zehn-ten Jahre an die Grundlage zu seiner künftigen Gelehrsamkeit inBasel und Bern, wo er besonders unter der Anleitung des in derdamaligen Zeit als Dichter und Gelehrten berühmten HeinrichWölflein die Alten studirte. Seine fernere Ausbildung erlangteer theils ouf der Universität zu Wien, wo er sich ber Philosophie,und dann in Basel unter Wyttenbach der Theologie widmete. Er! vurde igoü Pfarrer in Glarus, und hier that er, was LutherM> Augustinerklsster zu Erfurt that, er laS nämlich die heiligeSchrift fleißig. Dir Briefe Pauli schrieb er in der Grundspracheab und lernte sie auswendig, was ihm h.rnach bei seinen DlSpu»l tatwnen gute Dienste that. raiü wurde er als Prediger in das,-urch die vielen Wallfahrten b/rühmte, Kloster Muria- Einsiedeln,
-va in der Vorzeit besonders ein altes und der Sage nach wun-deribätigcs Marienbild hock verehrt wurde, beru'en. Hier zeigtesich sem Geist als erhaben über den Geist der damaligen Zeit, und
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