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ihm wett vorstrebenb, al» er mit einer bessern Einsicht ausgerüstet,widor die in der Kirche eingerissene und für sie selbst in morali-scher Hinsicht so verderblichen Mißbräuche, ja sogar wider die Wall.fahrten und die Verehrung der Maria mit Eifer predigte, und dieBischöfe zu Sitten und Costanz aufloderte, die Verbesserung derReligionssätze nach Anleitung des göttlichen Wortes thätig zu be-fördern. izlg kam er als Pfarrer im großen Münster nachZürich, wo er 1521 in die Zahl der Chorherren aufgenommenwurde. In seinem jetzigen Pfarramte that er sich besonders durchseine Predigten über die biblischen Bücher hervor und man kannals sicher annehmen, daß diese Predigten nebst denen wider Irr-thümer, Aberglauben und Laster den Grund zu feinem nachmali-gen Reformationswerk legten. Er hatte eben dieselbe Veranlassungdazu, die Luther hatte. 1518 fand sich nämlich BernardtnSamson, ein Franziskaner aus Mailand, in der Schweiz ein,in der Absicht, für den päpstlichen Hof durch den Ablaßkram Geldzu gewinnen. Zwingli, der bey Säms 0 ns erstem Erscheinennoch in Einsiedeln predigte, widersetzte sich ihm sowohl hier als inZürich mit der ganzen Gewalt seiner Kanzelberedfamkeit, und er-langte, da der Ablaß schon überall verhaßt geworden war, doch s»viel, daß er in Zürich nicht in die Stadt gelassen wurde. Sogarder Bischof von Constanz, denSamsons mönchische Arro-ganz sehr beleidigt hatte, unterstützte Zwingli in seinem An-griffe auf Samson. Von nun an ging Zwrngli mit d-em ein-stimmigsten Beifall der Züricher und eines großen Theils derübrigen Schweizer immer weiter: denn die Obrigkeit in Zürichunterstützte seine Verbesserungen dergestalt, daß sie schon 1520 einenBefehl durch ihr Gebiet ergehen ließ, vermöge dessen das WortGotteS ohne menschliche Zusätze gelehrt werden sollte. 1522 wurdedaselbst die Reformation auch in äußerlichen Sachen vorgenommen.In eben diesem Jahre schrieb Zwingli sein erstes Buch gegen dieFasten der römischen Kirche. Die von Adrian VI. an Zwrngligemachten Anerbietungen zu hohen klericalischcn Ehrenstellen mach-ten diesen nicht wankend. 152z lud der Stand Zürich alle Theo-logen, die Zwingli eines bessern überführen könnten, zu einerUnterredung nach Zürich ein. Bei dieser Disputation waren as600 geistliche und weltliche Personen beisammen. Zwingli hatteseine Glaubensartikel, welche der Gegenstand derselben seyn sollte»,an der Zahl 67, aufgesetzt; allein die Einwendungen des berühm-ten Johann Fabers, nachmaligen Bischofs zu Wien, schiene»der Obrigkeit zu Zürich so wenig befriedigend, daß sie vielmehrZwinglt'S Lehrart als richtig anerkannte und denselben nebstfeinen Gehülfen bei derselben bestätigte. Die zweite Disputation,bei welcher Zwingli nebst seinem Amtsgcnvffen in Gegenwartvon mehr als yoo Personen die Verwerfung des Bilderdienstes undder Messe mit solchem Erfolge vertheidigte, daß sie auf obrigkeit-lichen Befehl einen Unterricht für die Prediger des züricher Ge-biets entwerfen mußten, damit diese einen richtigen Begriff v«»Zwingli't Lehren bekämen, fällt in eben dasselbe Jahr undhatte die Entfernung aller Werke der bildenden Künste aus denKirchen der Stadt Zürich und ihres Gebiets, so wie 1524 die Ab-schaffung der Messe zur unmittelbaren Folge. Zwingli trat i«eben diesem Jahre in den Ehestand, gab im folgende» sein Glau- -bensbekenutniß von der wahren und falschen Religion
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