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799 Zwischenakt

eter ungebleicht« Fäden von Flach« oder Hanf fest zu einem einzi-gen zusammengedreht werden. ff.

Zwischenakt (stmrre-^ct) nennt man im Allgemeinen über-haupt bei theatralischen Vorstellungen diejenige Zeit, welche (gleich-sam als ein Ruhepunkt zyr Erholung für die Schauspieler und fürdas Publicum) entweder zwischen zwei yrrschiednen Stücken, oderzwischen den verschiednen Abtheilungen eines Stücke« (welcheActe, französisch a^ccs heißen) Statt findet. In Deutschlandwird während dieser Zeit jedesmal die vordere Gardine (der Ver-häng) herabgelassen, welches aber in Frankreich nicht, obernur dann geschieht, wenn während dieser Zeit die Dekorationenzu verändern oder sonst andre Vorkehrungen zur folgenden Abthei-lung auf dem Theater zu treffen sind. Bei Dramen, Schauspie-len, Lustspielen u. dergl. wird (wenigstens in Deutschland) dieseZwischenzeit gewöhnlich mit Instrumentalmusik, welche entwederzur Handlung des Stückes passend ausgesucht, oder auch eigendsdazu oomponirt ist, ausgefüllt. Daher nennt man auch die Mu-sikstück? (und vorzüglich die eigends hierzu componirlen), durchwelche jene Zeit ausgefüllt wird, Lnere-alcr« (Zwischenakte-,Bei Opern und großen pantomimischen BaKcts fällt dies jedochin Deutschland in der Regel weg, um die Zuhörer nicht mitMusik zu überladen. In Frankreich finden auch bei den Opernsolche Ili,t.rs->ccs Statt, welche vom Compouisten als eine Artkürzer Ouvertüren oder Einleitungen mit charakteristischer Bezie-hung auf die Handlung des folgenden Act« eigends dazu cowpo-nirt werden. Von dem größten Theil de« Publicums (an jedemOrte) werden solche Zwischenakte gewöhnlich als etwas Außerwe-ftntliches und durchaus Willkürliche« und Zufälliges unbeachtetgelassen. Für den verständigern (freilich aber überall kleinern)Theil aber sind sie keineswegs« eine bloße bedeutungslose Zeitver-kürzung, sonder» stehen (oder sollen es ihrem Zweck? nach wenig-stens) in genauer Verbindung mit der Wirkung der ganzen Dar-stellung. Zweck und Bestimmung dieser Lnrrs-Acts ist: demZuschauer oder Zuhörer eincu Ruhepunkt zu geben, um durch zuanhaltende Anstrengung der Seele und des Gemüthes nicht Über-spannung oder Erschlaffung zu erzeugen, zugleich aber auch,um zu vermeiden, daß die Seele desselben nicht während dieserZeit durch andre heterogene Gegenstände gänzlich allen Zusammen-hang des Vorhcrgegangncn mit dem Folgenden verliere, einen lei-sen Nachklang der durch das Vorangegängne erregten Gefühle zuerhalten, und da« Gemüth in die zur Empfänglichkeit für dasNachfolgende nothwendige Stimmung zu versehen und darauf vor-zubereiten. Man steht hieraus, in welcher genauen Verbindungdiese Zwischenmusik .mit dem Ganzen steht und wie bedeutend da-durch der Eindruck desselben unterstützt oder (durch unzweckmäßigeWahl derselben) gestört werden kann. Hieraus entspringt daherdie so bedeutende und unerläßliche Verpflichtung für jeden Orche-sterdirigentep eine« Theaters, in der Auswahl dieser Zwischenmu-siken sehr behutsam und mit steter Rücksicht auf den Inhalt undEharakter der Darstellung überhaupt, und auf den Ausgang dervorhergehenden und den Anfang und Inhalt der folgenden Abthei-lung de« Stückes intbesondx« zu W-rke zu gehen. Denn welchenstörenden, widrigen Eindruck es macht, wenn z. B. ein Act sweSStücke« mit Verzweiflung oder Trauer schließt, und nun unmrttel-