Tyrol 807
letzrnspflichtige Adel verschuldet durch lange und „weite Heere--folge, durch die Kreuzzüge int heilige Land, nach Ägypten, spä-ter wider die Tartarn und Mongolen. — Gern gaben sie allzu-wektläufige Grundstücke um geringen Preis, meist nur um Grund-zins oder Ehrung an Freigelassene oder Bauleute, welcheabzustiften nicht mehr in ihrer Macht stand. Auch waren dieZeiten vorüber, wo Feldbau und Handarbeit die Beschäftigungder Mönche gewesen sind. Adel und Geistlichkeit haben die Auf-nahme des vierten «der Bauernstandes auf diese Weise unwillkür-lich mit gefördert. Schon im Anfang« des dreizehnten Jahrhun-derts erscheinen zahlreich in Urkunden freie Gutseigenthümer ausdem Bauernstand«, oder sogenannte Freisassen. Gerade in derHälfte des dreizehnten „Jahrhunderts, während des doppelten gro-ßen ZwischcnreichS in Österreich und im Reiche, erloschen die Her-zoge von Meran, und die Grafen von Eppan, auch die altenGrafen von Tyrol. Ihr Erbe war Mainhard von Görz, derzugleich die Macht von Briren, Lrient, Chur und Aquileja, alsSchirmvogt aller dieser HochMter, vereinigte. Fünfzigjährige Feh-den und drückende Heerfahrten hatten den Bürger und Bauer (beiihnen, den Juden und Kowertscheu, war in denselben Zeiten al-les baares Geld) allzuwohl überzeugt, erträglicher sey die Ge-walt eines Einzigen, als Vieler! — Was vierzig Jahrespäter unklug und darum auch mit ungünstigem Erfolge seinSchwager, König Albert, versuchte, die Waldstätte durch denDruck unmenschlicher RcichsvLgte zu zwingen, zu Habsburg zuschwören, führte Mainhard langsamer und sicherer aus. Erstritt für Bürger und Bauern wider die häufigen Schloßtyrannenvon Adel, lohnte die Gehorsamen mit Lehen, Anwartschaften,Ämtern und Würden^ den Ungehorsamen warf er ihre Bürge» nie-der, trieb sie aus dem Land, und schlug ihre reiche Habe seinerKammer zu. Die von den Hochstiftern erhaltene Gewalt ihresSchirmvogts kehrte er wider sie selbst, die Zeiten des Zwisch.en-reicheS kamen ihm zu Statten. Nach dem Pfalzgrafen Ludwighatte er den größten Antheil an der Wahl RudolphS vonHabsburg, mit dessen Sohn Albrecht seine ältere Tochter Eli-sabeth verlobt war. Als seine Söhne, Otto, Ludwig und Hein-rich (Kronpradentent von Böhmen und Polen, wider Luxemburg,als GemahlAnna's, der ältesten Schwester WenzelLIV., desLetztenvon ber esngebornen Przemyslischen Dynastie) nach MainhardSTode gemeinschaftlich regierten, ahne seinen Geist, schwach und »n,einig, hob der Adel sein Haust von neuem, ustd machte die be-schenkte Geistlichkeit, und Bürger und Landvolk auf die Folgender Gewalt aufmerksam, welche sie mit ««weiser Hitze Mainhar-den in die Hände gespielt, und, wirklich versammelten sich im Juliizrz zu Botzen ,,die Herren, Ritter und Knechte, Städte,Märkte, Gericht und Thäler der Grafschaft zu Tyrol, undder Landschaft an der Etsch und in dem Jnntyal, und der dreiBisthümer zu Trient, zu Chur und Brixcn" und schwuren,nicht ferner gefährden zu laff-n die Freiheiten, Rechte und Ge-wohnheiten, "so sie von ihren Altvorde-n ererbt hätten. Die tyro-lischen Stände sind die ältesten in ganz Deutschland. Del ->>teSchatten der alten Freiheit sank, und die Landeshoheit «rottetesich vollends aus, als durch die Vermählung der Enkelin Aai«-hards unL Görzischcn Erbtochter, Margarethens der' Markttasche,