Visconti 833
50 u. flg.)> Alle Sie Namen aufzuführen, die vorzüglich in Frank»reich, jedoch auch in Deutschland, in diesem Fache berühmt wur-den, wäre hier zu weitläufttg. Vergessen dürfen wir j.dochnicht, dass sich darunter die eines Linus, eines Campet, ei-nes Gib so n, der aus einem geschickten Wundärzte ein noch ge-schickterer Roßarzr wurde, eines Brechen, der Koerhave's Schülerwar, u. ft f. befinden. In London ward im I. 1790 eine großeAnstalt zu Bildung von Roßärzten errichtet, wozu die angesehen-sten Grundcigeiittzümer beitrugen. — Inzwischen kann, es Keinemaus diesem Überblicke entgehen, daß es 1. eigentlich nur vorzüg-lich Ärzte waren, die hier die Bahn brachen "und das Borurtheilbesiegten, das dagegen sprach; 2. daß die Roßarzneikunde vor»zugsrvcise bet Zweig war, der am frühesten und am besten culti-virt wurde. Es verging noch manches Jahr, ehe über die Krank»heilen des Rind- und Schafviehes gleiches Licht verbreitet wurde/und noch jetzt in diesem Augenblicke handelten nur wenig Schrift-steller die Krankheiten dieser Lhrere, noch weniger die her Schweine,der Hunde rc, mit der Genauigkeit ab, welche in Hinsicht desPferdes schon lange beobachtet wurde. In Deutschland ist dasRohlwessche Vieharzneibuch noch immer das umfassendste in derArt. Noch seltner finden sich aber gebildeteThierärzte- .Gute,wackere Rvßärzte findet man wohl, wenigstens in alle» große»Städten, her großen öffentlichen Gestüten, und für ihre Bildungist durch eine Menge Anstalten von Seiten der meisten Staaten ge-sorgt. Die Behandlung des Horn-, Schaf und Borstenviehs ist abermcisteiitheils fast überall dem Landmann selbst und dem meist lebenso ungebildeten Hirten überlassen. Was wir noch vonThievarz-neischulen haben, läuft fast allein auf Roßarzneikuttde hinausund was für LyierarzneikuNde überhaupt gethan ward, ^verdankenw-r, in Deutschland wenigstens, fast allein den Ärzten, die die-sen Gegenstand zu einem Nedenstudium machten. Auf solche Artdroht eine Rindviehpest, "Gchafseuche rc. allemal dem Wohlständedes Sandes einen empfindlichen Stoß zu versetzen, weil es immeran Männern fehlt, die mit gehöriger Kenntniß und kräftigem Wil-len ihr entgegen arbeite». Alis gleichem Grunde geht jährlich eintMenge der herrlichsten Kühe zu Grunde, weil die Entbindung denrohen Händen eines unkundigen Hirten anvertraut bleibt. Gewißwürde der Staat ein verdienstliches Werk beginnen, der für dieBildung tüchtiger Hirten in dieser Hinsicht sorgte; eine Sache,die den Wohlstand der einzelnen Landleute, denen eine Kuh oftalles ist,- wie des Landes überhaupt — in so fern z. B. dieAusbreitung einer Rindviehpest am sichersten dadurch gehemmt würde— in unzähligen Fällen sicherte.
Visconti (lat. Väcecoiriites), eine lvmbardische Familie zuMailand, die sich durch ihre bedeutende politische Rolle und durchmancherlei Verdienste Um die Wissenschaften im Miltelalter und inneuerer Zeit berühmt gemacht hat. Über den Ursprung des Ge«schlechtes usid seines Namens ist Man Ungewiß; jenes leiten Einigtsogar von den longobardischen Königen, diesen von einem angebli-chen Rechte her, den Königen von Italien die Krone aufzusetzen»Echo» im eilften Jahrhundert erwähnt die Geschichte nicht un-rühmlich einiger Visconti, dann aber verschwinden sie wieder, alsFriedrich Barbarossa Mailand zerstörte, und die Visconti siebsttinigen andern adeligen Familien der Gegenpartei der Lorrtanet! rori». AG. K. Zz