8» Agnes Svrcl Akgypten
gemeinschaftlich mit Klytemnestra über der Mahlzeit, und erschlug Sitzsowohl ihn als die ihm zu Theil gewordene Tochter des Priamus, menCaffandra, nebst ihren Kindern. So erzählt Homer; nach Andern stauermordete ihn Klytemnestra im Bade, nachdem sie ihn in ein trü- PraerischeS Hemde verwickelt hatte. Als Ursach des Mordes wird von neu«Einigen ihr ehebrecherisches Einverständniß mit Ägisth, von Andern suchihre durch die Caffandra gereizte Eifersucht angegeben. und
Agnes Sorel, die Geliebte Königs Carl VII. von Frank- zwi!reich, war gegen das Jahr 1409 aus einem adeligen Geschlechte reutgeboren, und hatt« die von der Natur empfangenen Gaben bev«durch eine sorgfältige Erziehung so vollkommen ausgebildet, daß Obesie nicht nur wegen ihrer körperlichen Reize, sondern auch wegen Afrihrer geistigen Bildung zu den ausgezeichnetsten Frauen ihrer Zeit demgehörte. Als Ehrendame der Herzogin von Anjou, Jsabelle von da«Lothringen, kam sie mit dieser Fürstin 1431 an den französischen d«r«Hof, wohin dieselbe, um die Freilassung ihres in der Schlacht bischvor Bullegneville gefangen genommenen Gemahls nachzusuchen, ge- Barkommen war. Ihre Schönheit riß den jungen König hin; um sie Andan seinen Hof zu fesseln, ernannte er sie zur Ehrendame der Kö- MilNigin. Agnes ergab sich nach einigem Widerstände der leidenfchaft- Agylichen Liebe des Königs, und das tiefste Geheimniß verhüllte ihr der -vertrautes Verhältniß, bis der ungewöhnliche Aufwand, den sie theiam Hpfe machte, und die ihrer Familie reichlich verliehenen Gunst- s»mhezeigungen dasselbe verriethen. Die Engländer hatten damals die dirHälfte von Frankreich inne, und der von Natur tapfere Carl VII- Ri>versank, unter der Last seiner Widerwärtigkeiten, in Unthätig- *s rkeit. Agnes Sorel allein hatte Gewalt genug über ihn, um ^ihn aus seiner Schlafsucht zu erwecken und ihm fühlbar zu ma- Ichen, was er sich und seinem Volke schuldig sei; und vielleicht bildwar sie es, die den Engländern die Früchte ihrer Sjege von Poi-tiers und Azincourt entriß. Die glücklichen Erfolge des KönigSvermehrten die Neigung für seine Geliebte, welche jedoch nie da-von Mißbrauch machte, und 1442 sich nach Loches zurückzog, woCarl VII- ihr ein Schloß hatte bauen lassen. Außerdem schenkte " ser ihr die Grafschaften Panthiövre in Bretagne, die HerrschaftenRöche»Serviere und Jffoudun in Becrk, und das Schloß Brautean den Ufern der Marne, daher sie den Namen O»n>« äe Lesnroannahm. Fünf Jahre hatte sie hier gelebt, stets in genauer Ver- "'ß'bindung mit dem König, der sie mehrmals besuchte, als die Kö- "b""nigin 1444 sie wieder an den Hof einlud. Agnes erschien, be-gab sich in der Folge, um dem Könige näher zu seyn, nach demSchlosse Masnal-la-Belle, und starb daselbst 1450 so plötzlich,^'daß der Verdacht einer Vergiftung nicht ungegründet schien. Sie ^ .ward in der Collegiatkirche von Loches begraben, wo noch 179?^-ihr Grabmal gesehen wurde. Wie verschieden auch die Meinun- .gen der Geschichtschreiber über Agnes Sorel sind, so ist doch AtZgewiß, daß sie ihre Macht nie mißbrauchte, daß sie dem König mitreiner Liebe zugethan war, und daß sie auch die Freundschaft der,^.Königin bis an ihren Tod besaß. Sie hinterließ von dem Könige V ,,drei Töchter, welche dieser anerkannt hätte, und die auf Kosten ^ ^der Krone ausgestattet, wurden. .. zwZ
»Ägypten undAgyptier. — Ägypten (Mizraim, ClM,Rahab, von den Arabern Mesr, von den Copten Chemi und ^den Türken Ll-Kabit genannt), ehedem ein großes Reich, der