Alchymie S r
dium der einzelnen Theile der Körpers und ihrer Struktur noth-wendig; denn die geringste Abweichung in der Form mußte ihmzufolge Verschied-nheiten in der Wirksamkeit hervorbringen. Auchlnöthigte dies System, alles was Besale, Fallopio, Eustnchr nurim Ganzen kennen gelehrt hatten, .mit mehr Aufmerksamkeit undE Genauigkeit zu beschreiben. Albinus arbeitete in dieseyi Sinne;
man verdankt ihm die genauesten anatomischen Beschreibungen und' "" Kupfer, besonders von den Muskeln und Knochen. Im I. 1720wurde er an Rau's Stelle Professor der Anatomie und Chirurgie in, Lernen, und'als solcher schrieb er nach und nach seinen lullsx s»x-^ pellecriiis annroinicao klnvinnne, sein Werk Da oLsibns corpoiislenensni, seine Hisroiia inusoukoruiir ssoriiinls und verschiedeneandere Werke, die in der Geschichte der Wissenschaften stets einenehrenvollen Platz behaupten werben. Auch gab er verschiedene- Schriften von Harvey, Besale, Fabricio d'Aquapendente und Eu-stachi heraus. — Sein Bruder, Christian Bernhard, Professor zuUtrecht, zeichnete ssch in derselben Wissenschaft aus, und ist ec»n-! falls ein schätzbarer anatomischer Schriftsteller. Er starb zu ttt-3 - 1752, 56 Jahre alt.
* Alchymie, die Kunst, mittelst geheimnißvoller chymischer Ar-> 1 "» beiten unedle oder geringe Metalle in edlere, Blei oder Zian inam« Silber, Silber in Gold zu verwandeln. Der Ursprung der Alchy-^ mir verliert sich in die dichteste Dunkelheit der sabelreichen ältestenw Wahrscheinlich ist es, daß unter den ältesten Völkern Mcn-
schen^ bei den Versuchen, Metalle zu schmelzen, aufmerksam aufdll' die sich zeigenden Erscheinungen gewesen sind, und da sie bemerketen, daß von Zusammensetzungen v,rschiedencr Metalle ganz andersv"> gefärbte Massen erichienen, z. B. von Kupfer und Zink eine demlM° Golde ähnliche Composition, so entstand daher wohl der Gedankebei ihnen, daß ein Metall in das andere könne umgewandelt wer-den. Frühzeitig nahm der Luxus bei den Löikern uberhand, dar-uv aus entstand die Begierde n ch Gold und Silber; und um so mehrch' wurte dadurch der Kunst nachgejagt, diese settn.rn edlen Metalle^ ans den in größerer M-mze vorhandenen unedlen zu erhallen. Zü-bleich führten die Krankhciten, welche die Menschen heimsuchten,Ist auch wobl auf den Gedanken, ein allgemeines Mittel.gegen alleKrankheiten, ei» Mittel, welches zugleich die Beschwerden des Al-'Af verminderte, das Leben verjüngte und verlängerte, zu finden;
deide Ideen vereinigten sich, das hohe Ziel der Anstrengungen>»!' und Versuche verschiedener Mensche» zu werden', welche in geyeim-. „ wbvollen Bildern und Allegorien ihre Lehren fortpflanzten. Zur^"Wandlung der Metalle glaubten sie ein M.ttel nöthig zu ha-Elches den Urstoff aller Materie in sich entbielt,, LaS diest härte, Alles in seine einzeln n Theile aufzulösen. Dieses
" , U-'geine.ne Auflösungsmirtel oder >Iei,sn uun» il>tiver3ake, welchesIst. die Kraft haben sollte, allen Äranrheitsstoss aus dem Kör-
^.iu entfernen und das Leben zu ern.ucrn, wur:e ?er Stein der- pirilosopliornm, so wie die angeblichen Besitzer
na> Adepten genannt. Je weniger die Alchymisten selost
,„s- «.In /r -^^tiffe von ihren Arbeiten, von den dabei sich zeigen-Wj.v^^'ESen hatten, desto mehr suchten sie i» mysteriösenstU hs» «" ""d geheimnißvollen Allegorien sich auszutrücken; d,nn'lm ungebildeten Menschen besteht überhaupt mehr in
' >oern, und je dunkler und verwirrter die Begriffe eines Men-
4 *