Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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und seines Ansehens erreicht. Schnell und plötzlich stürzte er vondieser Höha, herab, indem dazu Ursachen von außen und innen zu- All,sammenwirkten. Napoleons immer weiter um sich greifende Macht mehhatte auch dem Fciedensfürsten Besorgnis und Argwohn erregt, dritund im I. i8c>6, kurz vor dem Ausbrüch des Krieges mit Preußen Woglaubte er, daß der Zeitpunkt gekommen sey, Frankreichs Macht derzu brechen. Er rief die Nation zu den Waffen, und wiewohl er Ostden Zweck seiner Rüstungen nicht angab, auch bei der Wendung Budes Krieges gegen Preußen schnell zu friedlichen Gesinnungen zu- Teorückkehrle, so hatte doch Napoleon seine Absicht erkannt und von ihmdem Augenblick an den Plan gefaßt, die Bourbonen in Spanien Serzu entthronen, und sich dieses Reichs für die Zukunft wie seines zur,eignen zu versichern. Der Friedensfürst, unbekannt mit dieser Ab- wieficht, nahm Napoleons trüglichcn Anrrag, über Portugal einen rück

Theilungsvcrtrag zu schließen, um so williger an, als ihm selbst mit

darin das Fürstenthum Algarvien zugetheilt wurde. Ein Punkt beidieses Vertrags, den der Friedenssürst am 27sten Oktober abschließen 3 arließ, war, daß französische und spanische Truppen gemeinschaftlich > HufPortugal b< setzen und zu dem Ende ein französisches Armeecorpi ihr«durch Spanien marschiren, ein anderes aber, als Reserve, sich zu vongleicher Zeit an der spanischen Gränze versammeln sollte. In die-selbe Zeit fällt der Prozeß vom Escurial, den ebenfalls der Friedens- ^

fürst veranlaßt hatte. Dieser hatte schon lange eingesehen, daß >?bl

sein Glück einzig von dem Leben des Königs abhänge; er wußte,daß sowohl der Prinz von Asturien und viele mächtige Große, als bis

auch das Volk ihm abgeneigt seyen, und war sich bewußt, daß er ^

Alles zu fürchten habe. Sich zu sichern, wollte er die Schwesterseiner Gemahlin mit dem Prinzen von Asturien vermählen, und so -ah«der Schwager des künftigen Königs werden. Ferdinand fügte sich ^

aber nicht, und glaubte dem verhaßten Minister dadurch am besten A"

entgegenzuwirken, daß er sich ins geheim an Napoleon wendeteund bei diesem um eine Gemahlin aus seiner Familie anhielt. Die-ser Schritt wurde entdeckt, und der Friedensfürst verwickelte den o°e

Prinzen in den Prozeß vom Escurial , der jedoch niedergeschlagen k

wurde. Napoleon verfolgte indeß seinen Plan auf Spanien, das "s

von seinen Truppen besetzt war. Der Friedensfürst, dem plötzlichdie Binde von den Augen siel, und der jetzt einsah, daß seine Po-litik Regenten und Volk, so wie ihn selbst, an den Abgrund desVerderbens geführt hatte, faßte den Entschluß, die königliche Fa-mitte nach Amerika zu flüchten. Der Aufstand von Aranjuez am ^ryten März 1808 vereitelte dies.« Plan. Der Friedensfürst, gegcnden die ganze Wuth des Volks sich richtete, hatte sich auf einem !'Boden verborgen , wurde aber daselbst aufgefunden, gemißhandelt, Pund von dem Prinzen von Asturien nur durch das Versprechen ge- chrettet, daß logleich Gericht über ihn gehalten werden solle. Diesverhinderten indeß die spätern Ereignisse von Bayonne. Napoleon, ^ .

der sich des Einflusses des Friedensiürsten bei Carl IV. bediene» ^ '

wollte, bewirkte seine Entlassung aus dem Gefängniß und rief ihnnach Bayonne, wo er die Triebfeder alles dessen war, was der ^

König und die Königin von Spanien thaten. Seitdem hat er dasSchicksal dieser Monarchen, in deren Gunst er unverändert steht,behauptet. Die Welt aber wird ihn stets mit Verachtung als einen ^

elenden und unwürdigen Günstling, Spanien aber mit Abscheu als ^ .

den Uvhpber aller der Uvsslückställe ansehen, die es seit Carls IV>Abdankung so tief verwundet haben.