»2 Alexander der Große
d-t- Alexandrken, das ein« der ersten Städte der alten Welt wurde.
Von da durchzog es Lybiens Wüsten, um das Orakel des Jupiter 8^
Ammon um Rath zu fragen. Einige Geschichtschreiber behaupten, A
der Gott habe ihn für seinen Sohn erkannt; aber andere verwerfen A
alles, was in Beziehung auf diese Reise erzählt wird. Mit der Rück- ^
kehr des Frühlings setzte sich Alexander gegen Darms in Marsch, derunlcrdeß in Assyrien ein neues Heer versammelt hatte Seine Frie-densvorschläge wurden verworfen und bei Gaugamela unweit Ar- ^bela kam es von neuem zur Schlacht. Justin gibt des Darius ^aiSlreitkräfte auf 500,000 Mann, Niodor, Arrian und Plutarchaber aue mehr als das doppelte an. Ungachtet dieser ungeheuernÜberlegenheit war Alexander keinen Augenblick über seinen Sieg ^
zweifelhaft. An der Spitze seiner Reiterei griff er die Perser an,und schlug sie unverzüglich in die Flucht; aber erst nachdem er sievöllig zerstreut hatte, kam er seinem linken Flügel zu Hülfe, derunterdessen hart bedrängt worden war. Sein höchster Wunsch war,den Perserkönig selbst gefangen zu nehmen oder zu todten. Die-ser befand sich auf einem erhabenen Wagen in der Mitte seiner ^Leibgarden, welche ihn anfangs tapfer vertheidigten. Als sie aber wxsahen, wie Alexander alles vor sich niederschlug, ergriffen sie die dieFlucht, Darms warf sich auf ein Pferd, und gab, sich zu retten, ^sein Heer, sein Gepäck und unermeßliche Schätze dem Sieger Preis. x,xJetzt siel ganz Asien in Alexanders Gewalt. Babylon und Sasa, ,jriwo die Reichthümer des Orients aufgehäuft waren, öffneten ihre ^Thore dem Sieger, der seinen Marsch auf Persepolis richtete, tesDer einzige Paß dahin, Pylä Persidis, wurde noch von 40,000 U,Mann unter Lriobarzanes vertheidigt. Alexander aber griff sie im LxRücken an, sprengte sie aus einander, und zog triumphirend in ^Persiens Hauptstadt Persepolis «in. Hier aber endigten Alcxan-ders glorreichste Lage. Herr des größten Reichs der Erde wirder der Sklav seiner Leidenschaften, überläßt sich dem Übermut-und der Ausschweifung, zeigt sich undankbar und grausam, und
vergießt im Schooße der Wollust das Blut seiner tapfersten Feld- Uli
Herrn. Bisher nüchtern und mäßig, sinkt dieser Held, der den
Göttern durch Tugend gleich zu seyn strebte, und sich einen Gott In
selbst nannte, zum Gemeinen und Alltäglichen herab. Persepolis, Lacdieses Wunder der Wett, wird in der Trunkenheit von ihm in - denBrand gesteckt und in einen Aschenhaufen verwandelt. Beschäiiik „niüber diese Schandthat brach er bald mit seiner Reiterei auf, um er.Darius zu verfolgen. Auf die Nachricht, daß Bessus, Satrapvon Bactriana, den Monarchen gefangen halte, beschleunigte er siegseinen Marsch, in der Hoffnung, ihn zu retten. Dieser aber, ihnals er sich in der Nähe bedrängt sah, ließ den Darius tödtea, nickder ihm auf der Flucht hinderlich war. Auf den Gränzen mcl
Dacllriana erblickt Alexander auf einem Wagen einen mit Wunden 70bedeckten-Sterbenden ; es war'Darius, der den letzten Athem aus- Pfthauchte. Gerührt durch diesen rraurigen Anblick konnte der mace- biskonische Held seine Thränen nicht zurückhalten. Nachdem er mit Lrrallen bei den Persern üblichen Gebräuchen den Leichnam seines werunglücklichen Feindes hatte bestatten lassen, unterwarf er auch ein;Hircnnien, das Marsenland, Bactriana und ließ sich zum Könige Fluvon Asien ausrufen. Jent entwarf Alexander noch riesenhafte» diesPlane, als eine Verschwörung in seinem eignen Lager ausbrach- beiPhilotas, des Parmenio Sohn, war darein verwickelt. Richt zu»