Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Alligation 7L

Bündnisse stipulirte Maß nicht überschreitende Hülfe leiste, s»werde dadurch der Alliirte noch keineswegs der directe Feind des-jenigen, gegen welchen diese Hülfe gebraucht werde; denn in die-sem Falle sey keine feindselige Absicht bei dem Alliirten zu vermu».theu, dieser erfülle vielmehr nur ein früher gegebenes Versprechen.Das Hülfscorps allein ward daher feindlich behandelt, die zwi-schen dem Alliirten und der Macht, gegen welche die Hülfe gege-ben ward, bestehenden Verträge wurden aber keineswegs als ge-brochen angesehen. War aber dagegen die Allianz erst währenddes Krieges, oder als der Ausbruch desselben schon nicht mehr zwei-felhaft war, geschloffen, so glaubte man in einem solchen Falleziemlich allgemein, den Alliirten als directe» Feind behandeln zudürfen, da aus seinem Verfahren die feindselig« Absicht klar her-vorging. War eine Offensivallianz geschloffen, so wurde, da auchhier offenbar eine feindliche Absicht zum Grunde lag, der Verbün-dete, selbst wenn er nur eine bestimmte Hülfe leistete, jedesmal alsFeind behandelt. Bei bloßen Subsidientractaten fand dagegen einefeindselig« Behandlung desjenigen Staats, der seine Truppen des»Kriegführenden gegen Subsidien überließ, nicht Statt; ein solcherStaat ward vielmehr fortdauernd als neutral angesehn. Diese Maxi-men, ivrlche solange in Europa befolgt wurden, als es keinen über-mächtigen Staat gab, der es mit allen, oder doch dem größten Theilder übrigen Mächte, selbst vereint, aufzunehmen gewagt hätte, uni»die to wohlthätig dazu wirkten, die Ausbreitung und Ausdehnungder Kriege zu verhindern, wurden, wie so manche andre humaneRegeln des Völkerrechts, von der neuern französischen Regierungbei mehr als einer Gelegenheit auf das gröbste verletzt; ja manwar sogar schamlos genug, bloß zufällige Verhältnisse, Familien-v.rbindungen der Regenten u. s. w. für hinreichende Ursachen fcind-seligcr^Kcyandiung zu erklären; «in Verfahren, das nur von ei-nem Staate befolgt werden konnte, dessen einziges Streben aufUniversalmonarchie gerichtet war. — Schließlich muß noch bemerktwerden, daß die Zahl der den Namen der defensiven führenden Al-lianzen die der Lffensivallianzen bei weitem übersteigt, wie dennÜberhaupt bei jedem Kriege keine Partei gern als der angreifendeTheil erscheinen will; wobei aber auch nicht zu übersehen ist, daßviele sogenannte Defensivallianzen wahre Trutzbändniffe, so wie manchesogenannte Dertheidigungskriege wahre Angriffskriege waren. 6«.

Alligation oder Alligationsrechnung —AiiiAaeionis, IldAlv ch'AslisAs ou «I'AiliAatioie — wird diejenigenothwendige und wichtige Rechnungsart genannt, wodurch das Ver-hältniß der Theile einer aus mehrern Materien oder Waaren vonVerschiedenem Werthe zu machenden Mischung gesucht wird, so daßdie vollendete Mischung selbst dadurch einen bestimmte« Werth be-komm!. Sie ist also von der bloßen Vrrmengungsrechnung wohlzu unterscheiden, bei welcher nur die Proportion der Theile vorherbestimmt, und der Preis oder Gehalt, der Mischung erst gefundenwird; hei d«r Alligation hingegen bestimmt man den Preis oderrnnern Gehalt der Mischung zuerst, und berechnet das Verhältniß«er Theil« hiernach. Man hat hierbei folgende wenige Regeln zumerken: i. Alle Sachen, so viel ihrer vermischt werden sollen,seht man gerade unter einander, und den gemeinen Werth gegen-voer zur Linken. 2 . Nimmt man allezeit zwei und zwei Sachen,wenn rhrer viele sind, davon der einen Werth größer als der ge«