Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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u s» läugnung, und mußte kn Folg« einer Anklage deßhalb Athen ver-lassen. Er ging nach Lampsacus, wo er drei Jahre nachher, 72ähltz Jahre alt, starb. Anaxagoras Grundsatz war: aus nichtsbom, wird nichts. Er nahn: daher als Princip aller Körper einelkr» Art von Atomen an, die mit den Körpern, welche sie bilden soll-»ü ten, von gleicher Natur waren, .Diese Atomen, an und für sichWas ohne Bewegung, waren im Anfang, durch ein anderes, gleichfallssei«ii ewiges, von der Materie verschiedenes, geistiges Princip in Be-r'.ii- wegung gesetzt worden, welches er (Verstand) nannte. Sartriii hatte sich die Welt gebildet; die irdischen Körper hatten sich get11M senkt, während der Ather odrr das Feuer sich in den obern Ahek-bdm, len verbreitete. Die Gestirne waren ihm indeß auch irdischer Ra,re alt tur, und die Sonne unter andern eine glühende Steinmasfe, grö-! ehrt! ßer als der Peloponnes. Die Milchstraße hielt er, gleich dem Re-i, >»i genbogen, für einen Abglanz des Sonnenlichts, Die Erde warbstri« ihm flach, der Mond ein dunkler bewohnbarer Körper, welchersein Acht von der Sonne empfängt, die Cometen wanderndeSterne. Da er die objective Gültigkeit der sinnlichen Wahrneh-mungen läugnete, und sagte, daß die Dinge so nicht beschaffenseyen, wie Jeder glaube, so behauptete er unter andern: daßder Schnee nicht weiß, sondern schwarz sey, wie dasWasser, aus dem er entstehe und in das er aufgelös't werde.

. Andreä (Johann Walentin), einer der interessantesten deut-

schen Schriftsteller seiner Zeit, war 1506 im Wirtcmbergischen ge-boren. Nachdem er zu Tübingen studirt und Frankreich und Ita-lien besucht hatte, bekleidete er nach und nach mehrere geistlicheAmter, und starb 1654 als Abt von Adelbcrg und lutherischer Al-n Iii mosenier des Herzogs. Tief bekümmert, die Grundsätze der christ-er, >» lichen Religion leeren Streitigkeiten Preis gegeben, und die Wis-wellß senschaften von Eitelkeit und Neugierde gemißbraucht zu sehen, be-W schästigte er sich unablässig mit den Mitteln, sowohl jener als die-lt,irß fen ihre moralische und wohlthätige Tendenz wiederzugeben. ObPer er der Stifter oder wenigstens Erneurer des Rosenkreuz-Ordensn B gewesen (s. d.), möchte sich schwer bestimme» lassen, da für bei->ecW des wichtige Gründe angeführt werden. Eine gewiss« Neigungiv» N Mysticismus ist bei Andreä allerdings nicht zu verkennen,m S* "m auch sey, unläugbar war er ein eben so geist - als herz-voller Mann, der mit einer ungemeincn Gelehrsamkeit einen bren-M »enden Eifer für das Gute und Wahre verband, das Laster in1 'dem Stände, bald in scherzhafter Laune, bald mit strengemErnst und bitterm Spott verfolgte, und selbst der Tugend durchMn ganzes Leben treu war. Trefflich hat ihn Herder charakteri-silfb' N"> Er hat vieles, und dies meistens in einer sonderbaren Spra»,pieü we geschrieben. Alles aber zeigt von der feinen Erfindungs- und

h da> Einbildungskraft, von richtigem Gefühl und scharfem Urtheil, von

A ausgebreiteten Kenntniß und dem, wiewohl unausgeblldeten,kS ^tergeist des Verfassers. Ein classischer Dichter unserer 3 'it istfreilich nicht; die seine und auch der damalige Zustand der deur-, Sprache litt es nicht. Damals schrieb alles lateinisch und

- "" " schrieb, was er gefeilt schreiben wollte, in dieser Sprache;

M'' v.«" putsch schrieb, ist für Weib, Kinder, Volk, Freunde., Er sagt selbst am Ende;

Lra'> 0dn> t, ohn' Mkh' und Fl-Iß ich dich»;

olll» Dr»m nicht nach deinem Kepf mich richt.