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Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Antitrinitarier Antraigues 105

zu erscheinen. Sokrates aber erkannte den wahren Zweck dieses,auffallenden Betragens. «Ich sehe," sagte er zu ihm, «deineEitelkeit aus den Löchern deines Mantels^ hervorschcinen." Manmuß indeß gerecht seyn; wenn Diogenes durch die Festigkeit undLebhaftigkeit seines Geistes, und durch die Originalität seiner Aus-drücke, die spätern Cyniker um vieles übertraf, so wußte Anti-sthenes sich mit mehr Würde zu betragen; er war unveränderlichein tugendhafter Bürger. Er wagte zuerst, die beiden Anklägerdes Sokrates zu verfolgen, und war Ursach, daß der eine ver-bannt, der andere mit dem Tode bestraft wurde; eine Angabe,die jedoch Barthelemi in Zweifel zieht. Er war von angenehmemUmgang, und Levophon spricht in seinem Gastmahle zu seinemLobe Nach Sokrates Tode ließ er sich im Cynosarges, einem Gym-nasium Athens, nieder, und man behauptet, daß von diesem Orteseine Schule den Namen erhalten. Antisthenes Sinwpruche sindbekannt. Er hatte viele Werke geschrieben, die aber sämmtlichverloren gegangen sind; denn die unter seinem Namen vorhan-denen sind wahrscheinlich unecht. Er war Diogenes Lehrer. DieZelt seines Todes ist unbekannt. ^

Antitrinitarier werden alle die Jrrlehrer und Metengenannt, welche die Lehre von der göttlichen Drcieinigk>it, wiesie das nicänische und athanasische Symbolum aufstellt, nicht an-nehmen wollen, und entweder den Sohn und den heil. Geist inder Gottheit dem Vater subordiniern, oder Christum schlechthinfür einen Menschen, und den heil. Geist für eine willkürliche Per»sonificatioN der göttlichen Geisteskraft erklären. In den früherenPerioden der christlichen Kirche waren die Parteien, die derglei-chen behaupteten, sehr zahlreich; besonders die Arianer, Sa-bellianer, Pneumatomachen gehören unter diese' Rubrik»Der Name Antitrinikatier kam aber erst seit dem löten Jahrhun-derte auf, und wurde den Socinianern oder Unitarrern,den Remonstranten nach dem Lehrbcgriffe des Episkapriis,(starb 164z), und einer Menge einzelner Theologen beigelegt,welche die obigen Behauptungen in ihren Schriften gewagt hat-ten. Als Gegner einer Grundlehre des Christenthums wollte mandie Antitrinitarier nicht für Christen anerkennen und in christlichenStaaten dulden, der spanische Protestant Miguel Servetuswurde dieser Ketzerei wegen aus Calvins Betrieb iggz zu Genfverbrannt, und selbst die toleranten Könige von England erließe»tlle strengsten Edicte wider sie. Gleichwohl bildeten ein englischerGeistlicher Lheophilus Lindsey 1774 zu London, und einKaufmann William Christie zu Montrose in Schottland uni-tarische Gemeinden, welche sich durch Cultus und Liturgie von derherrschenden Kirche absonderten. Über andere noch bestehende Ge-meinden dieses Glaubens s. d. Artikel llnitarrer. V.

"Antraigues (Emanuel Louis Henri de Launey, Comte d')ehemaliger Deputirter des Adels der Semechauffee von Billcneuve-de-Berg bei der Versammlung der General-Stände, Verfassereines Memoires über die General - Stände und mehrerer politischenGelegenheitsschriften. Er war in Vivarais geboren, ein Neffe vonPriests, einem der letzter» Minister Ludwigs XVI. Sein Hofmei-ster, der berühmte Abbe Manry, bildete früh seine Anlagen zu ei-glänzenden und hinreißenden, doch weniger gründlichen Be-redsamkeit aus. Den ersten Gebrauch seiner Talente machte er in