FiS Aristoteles
samkeit, und wurde so des Jsokrates Nebenbuhler. Wahlschein-lich verfaßte er auch einige philosophische Werke, deren Ruf bii 7^zu Philipp von Macedonien drang, der bald nach Alexanders Gi- ^hurt, im I. Z56 vor Chr., den berühmten Brief an ihn schrieb!„König Philipp von Macedonien dem 'Aristoteles seinen Grus ^Wisse, daß mir ein Sohn geboren worden: ich danke den Götter«, ^nicht sowohl, daß sie mir ihn gegeben, als daß sie ihn zur Ieildes Aristoteles haben geboren werden lassen. Ich hoffe, du wer- ^best einen König aus ihm bilden, würdig, mir zu folgen und de» heaMacedoniern zu gebieten." — Einige Schriftsteller sagen, daskurze Zeit vor Plato's Tod Aristoteles mit diesem gebrochen und ^sogar eine Schule errichtet habe, um mit der platonischen zu well, ^eifern. Eine gewisse Spannung mochte wohl zwi chen beiden ei«-getreten seyn, qber zu einem offenen Zwiespalt kam es nie. An-stoteles bezeigte seinem Lehrer stets die größte Ehrerbietung, ^l-spricht in allen seinen Werken mit Hochachtung von ihm. Mbald nach Plato's Tode die Athenienser Philipp den Krieg erklärt ^hatten, glaubte Aristoteles, nicht in Athen bleiben zu müsse», ^.und begab sich nach Atarnea, wo sein Freund Hermias die Hm-schergewalt ausübte. Bald darauf gerieth Hermias durch Verrats ^in dre Gewalt des Artaxerxes, der ihm auf die schmachvollste Wci» sch,das Leben raubte. Aristoteles, den das unglückliche Schicksal sei- ^11nes Frundes tief bekümmerte, suchte das Andenken daran durieine Hymne zu verewigen, die reich an poetischen Schönheiten iss m.Auch errichtete er zu Delphi dem Hermias eine Statue mit ei«» ,hxInschrift, welche an den Verrath erinnerte, dessen Opfer er geworbn ^war. Hermias hatte eine Schwester, Namens Pythias, wich omAristoteles, da sie durch den Tod ihres Bruders hülflos geworbn, uns
heirathete. Sie starb lange vor Aristoteles, welcher in eine A«- ^
klage eigener Art gerieth, indxm er beschuldigt wurde, ihr M-liche Ehre gleich der Ceres erwiesen zu haben. Es scheint, in cedAristoteles nach des Hermias Tode einige Zeit zu Mirylene leblü anaber gegen das I. 34z vor Chr. Geb. berief ihn Philipp an l«>- dienen Hof, um ihm die Erziehung des damals dreizehnjährigen M woxanders zu übertragen. Die Details dieser Erziehung sind » we-
unbekannt, wenn wir aber den Alexander sehen, wie er sich» aus
den ersten Jahren seiner Regierung wahrhaft groß bewies, wie"- daßso lange die Schmeichelei ihn nicht verderbt hatte, seine LeidenW ersten beherrschte, wie er stets Künste und Wissenschaften werth hielt,» Chmüssen wir glauben, daß sein Unterricht nicht unnütz gewesen. M Gekönnte ihm vielleicht vorwerfen, daß er nicht verstanden habe, AleM derder gegen den Ehrgeiz und die Eroberungssucht zu verwahren; ad" lisAristoteles war ein Grieche, und folglich ein natürlicher Feind da maPerserkönigs; sein Haß hatte durch die Ermordung des Herm» Pr,»och zugenommen; kurz die Eroberung Persiens war schon lang erhder Wunsch von ganz Griechenland. Aristoteles mußte alsowi,seine Talente anwenden, um seinen königlichen Zögling zur denführung dieses Plans geneigt und geschickt zu machen, und ihn i daslehren, wie er diese Eroberung zum Vortheil der Civilisation« uhbenutzen habe. Und auch hier verfehlte er seinen Zweck nicht; d<« «awenige Eroberer haken so viel politische Talente gezeigt» wie tu-xander, und er hätte vielleicht eine sehr glückliche Revolutwn oen
dem Schicksale des Menschengeschlechts bewirkt, wenn nicht der ^
ihn mitten aus seiner Laufbahn herausgerissen hatte. Als Philipp "