Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
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dacht zu widmen. Die Gemählde, welche er in dieser letzten Pe-riode ausführt«, sind seine vollendetsten. Man hat sie für WerkeRaphaels gehalten. Dieser große Meister war 1504 nach Florenzgekommen, und beförderte allerdings durch Rath und Beispiel dieglänzenden Erfolge Fra Bartolomeo's. Sie tauschten wechselseitigihre Kenntnisse aus. Dieser lernte die Perspective von seinem jun-ge» Freunde und gab ihm Unterricht im Eolorit. Einige Jahrenachher besuchte iFra Bartoloweo Michel Angela und Raphael inRom, und hatte die seltene Bescheidenheit, ihren großen Talen-ten durch das Bekenntniß, daß er ihnen nachstehe, zu huldigen.Als er »ach Florenz zurückgekehrt war, führte er mehrere Kir-chengemählde aus, unter denen auch der heilige Marcus und derheitige Sebastian waren, zwei Gemählde, welche die Bewunderungaller Kenner verdiene». Ersteres ist eine Zierde des Museumszu Paris, Fra Bartolomeo verdient der Vorläufer Raphaels ge-nannt zu werden, und vielleicht wäre er sein Nebenbuhler gewor-den, hätte er dieselben Gelegenheiten gehabt, sein Talent gel-tend zu machen. Sein Styl ist strtna und erhaben, aber dabeisehr anmuthig in seinen jugendlichen Figuren; sein Eolorit hatKraft und Glanz; er nähert sich darin dem Litton und Giorgionr,und in dem Vertreiben und Verschmelzen der Farben weicht er kaumiden besten lombardischen Coloristcn. Besonders aber ist er einMeister im Faltenwurf, den keiner vor ihm mit so viel Wahrheit,Fülle und Leichtrgkeit auszuführen verstand. Er starb 1517. SeinäSchüler waren Ceechin« del Frate, Benedettv Eiamfanini, GabrirlRsstuci und Fra Paoio vo« Pistoja, der seine Zeichnungen erbte. -*Baco (Kranz), Baron von Verulam, Viscouut von St. Al-»an, Großsiegelbewohrer und Kanzler von England, einer der au-ßerordentlichsten Geister, deren irgend ein Zeitalter sich zu rüh-men hat, würde nach Newton die erste Ai«rde Englands seyn, wen«»acht die Schwachen seines Charakters und einige Handlungen sei-nes Lebens den Ruhm, den seine Talente und feine Ardeireu ihmstcher,,/ einigermaßen verdunkelt hätten. Gebore» zu London imJahre 15S1 gab er von seiner frühesten Kindheit an Proben eine-voerlegenen Geiste«. In einem Alter von dreizehn Jahren bezoger die Universität Cambridge, wa er in allen Wissenschaften be-wundernswürdig schnelle Fortschritt« machte. Er zählte noch nichtsechzehn Jahre, als er schon ein Werk gegen die aristotelische Phr«lchophic schrieb, die ihm «her geeignet schien, den Geist in Strei-Ngleiten zu verwickeln als uukzuklärrn. Diese Wahrnehmung scheintmle sein, Arbeiten geleitet zu haben. Der damals in England be»seyenden Sitte gmzäß, die für Gtaatsämter bestimmten Jüng-unge,ns Ausland, besonders nach Frankreich, zuschicken, ging»Baco im Gefolge des Gesandte« Sir Annas Powletder eine solche Achtung für ihn faßte, daß er ihnvtk> n.chher mit einer wichtigen Senduvg -nsch England beauflrag-.ltntlrdigte stch derselben zur Zufriedenheit der Königin,s-s » Frankreich zurück, und bcrcis'te mehrere Provinzen die»Eande«, um die Sitte» und Gesetz« kennen z« lernen. Neun-!^<öahre alt, schrieb er ein Werk über den Zustand Eu-'6- '".welchem er die auffallendste« Proben seiner früh ge«Enn, ?^deilskraft gab. Der Lob seines Vater« rief ihn nachzurück, wo er, um seiner Geburt gemäß leben zu kön«' stch für die Rechtsgelehrsamkeit entschied, und da- Studium