Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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l54 Baco (Franz)

der Gesetze mit solchem Eifer und Erfolg betrieb, daß'er, nochnicht 28 Jahre alt, zum außerordentlichen Rath der Königin er-nannt wurde. Mitten unter den Arbeiten, die er zur Verbesse-rung seiner äußern Umstände unternahm, verlor er nie die frühgefaßte Idee aus den Augen, den Plan der scholastischen Studienzu verbessern, und für eine gesunde Philosophie zweckmäßiger ein-zurichten. Der Platz, den er bei der Königin einnahm, warmebr ehrenvoll als einträglich; seine Talente und seine Verbin-dung mit dem Großschatzmeister Burleiah und dessen Sohn Sir Ro-bert C-cil, erstem Staatssecretär, schienen ihn zu den ersten Äm-tern zu berufen; aber die Feindschaft zwischen letzterm und demGrafen Esser, Baco's Freund und Beschützer, verzögerte langeseine Beförderung. Der Graf Esser suchte ihn durch das Geschenkeines Landgutes zu entschädigen, wofür Baco die lebhafteste Dank-barkeit bezeigte. Aber er vergaß bald nachher, was er einem sogroßmüthigen Wohlthäter schuldig sey, und verließ ihn nicht nur,sobald er in Ungnade gefallen war, mit einer durch nichts zu ent-schuldigenden Kleinmüthigkskt, sondern trat sogar, als ihm derProzeß gemacht wurde, unberufen wider ihn auf. Gegen diesenschändlichen Undank erhob sich die allgemeine Stimme, und wasauch Baco zu seiner Rechtfertigung anführen mochte, er blieb amHofe der Gegenstand des Haffes und der Eifersucht, und die Kö-nigin zeigte sich nicht geneigt, etwas für ihn zu thun. Nach die-sen widrige» Erfahrungen schien er im Parlament ein redlichesund würdiges Betragen anzunehmen. Er war igyz von der Graf-schaft Middlesex ins Unterhaus gewählt worden, und stimmte fürdie Volkspartei gegen die Maßregeln der Minister, wiewohl erstets im Dienste der Krone blieb. Kann etwas seine großen Ver-gehen entschuldigen, so war es seine Armuth. Er fand sich in ei-ner solchen Zerrüttung, daß-er zweimal wegen Schulden verhaf-tet wurde. Die Regierung Jacobs I. war ihm günstiger. Die-ser Fürst, der ein Beschützer der Wissenschaften seyn wollte, nah«Baco mit Auszeichnung auf, und erhob ihn i6c>z in den Adel-stand. Baco zeigte sich durch sein Betragen im Parlament wür-dig dieser Gunst. Er ward beauftragt, dem Könige feierlicheVorstellungen wegen der Bedrückungen zu machen, welche sich diekönigl. Lieferanten in seinem Namen erlaubten, und er vollzogdiesen gefährlichen Auftrag mit so viel Talent und Glück, daß ersowohl dem Parlament als dem Könige Genüge leistete. Das Hausder Gemeinen votirte ihm eine öffentliche Danksagung, und Jacob I-ernannte ihn zu einem seiner Räthe, mit einem Jahrgehalt von40 Pfund, wozu noch eine Pension von üi Pfund kam. SeineLage verbesserte sich nach und nach immer mehr, er schloß einevortheilhafte Ehe, stieg 1617 bis zur Würde eines Siegelbewah-rers, und ward i6iy zum Lordgroßkanzler von England mit demTitel eines Barons von Verulam, den er im folgenden Jahre m»dem Titel eines Discount von St. Alban vertauschte, erhoben-Jetzt befand er sich in einer Lage, daß er ein gemächliches unsglänzendes Leben führen konnte, ohne seinen Charakter durchHandlungen der Habsucht und des Eigennutzes zu beflecken. Den-noch wurden große Beschwerden wider ihn erhoben. Man klag«ihn vor der Kammer der Pairs an, Concessionen von Ämtern unsPrivilegien für Geld unter dem Staatssiegel ertheilt zu haben-Baco, der sich nicht rechtfertigen konnte, und das Aufsehen eine