Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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»58 Baden

ford zurück, gab gegen das Jabr i2<)i einen Abriß der Theo- ridlogie heraus un» starb bald daraus', nach Einigen I2Y2, nalj stkAndern 1294. Roger erscheint im Vergleich mit seinen Zeitgenosse th!als ein außerordentlicher, weit über sein Jahrhundert hervorragend«! ichGeist, wiewohl er sich nicht von allen Vorurtheilen seiner Zeit frei im- derchen konnte. Er glaubte an den Stein der Weise» und an die Lsttt- "kllogie. Seine Haupterfindung sind die Vergrößerungsgläser. Ali- st"ßerdem finden sich in seinen Schriften neue und sinnreiche Ansich- tmtdn von der Optik, z. B. über die Strahlenbrechung, über dii »»scheinbare Größe der Gegenstände, über den um vieles vergrößer- "wtcn Umfang der Sonne und des MondeS am Horizont. Dagegn .Aäist er über andere Gegenstände in den größten Irrthümern befw "tcgen. Was er z. B. über die convexen und concaven Gläser sagt, st»sind offenbar gewagte Hypothesen, die auf keinen Versuchen beru- st"hen. Aus seinen irrigen Angaben geht deutlich hervor, daß«den Gebrauch des Lelescops nicht kannte. Mit mehr Grund wirdihm die Erfindung des Schießpulvers zugeschrieben. Man sieht,daß er mehrere chemische Geheimnisse für die damalige Zeit besaß. ""Er spricht von einem un'uSlöschlichen Feuer, welches wahrscheinlicherne Art Phosphor war. An einem andern Orte sagt er, daßman aus Salpeter und andern Ingredienzien ein künstliches Feuerbereiten könne, das in der größte» Entfernung brenne, und mit-telst dessen man den Donner und Blitz in der Luft nachahmen kö»> ^nc; eine Portion dieser Materie, von der Größe eines Zolls, g«- ^

hörig zugerichtet, könne ein ganzes Heer und eine Stadt unttr ^einem von einer ungeheuern Erleuchtung begleiteten schreckliche»

Knall vernichten; und an ein.m andern Orte sagt er bestimmt,daß man mit Salpeter, Schwefel und Kohle den Donner und Blitz "nachmachen könne. Ihm war keine Wissenschaft fremd. Die Ma- ^thematik, angewandt auf Beobachtung, betrachtete er als den ein- ^>1zigen Weg zur Erkenntniß der Natur. Er studirte mehrere Spra- ^chen, und schrieb lateinisch mit großer Eleganz und Klarheit. Eine .besonders ehrenvolle Erwähnung verdienen seine Entdeckungen derim Kalender obwaltenden Irrthümer, ihrer Ursachen, und stink ,Vorschläge und Angaben, denselben abzuhelfen, wobei er der Wahr- ^heil sehr nahe kam. Er verfertigte selbst einen berichtigten Calen- ^der, von dem noch eine Eopie auf der bodlejanischen Bibliothekaufbewahrt wird.

»Baden. Ein Zweig des alemannischen Bundes hatte zur ^Zeit der Völkerwanderung bis an den Rhein hin sich ausgebreitet, ^

wo im Uten. Jahrhunderte im BreiSgau der erste historisch beglau- ^

bigte Stammvater des noch jetzt blühenden badenschen Hauses er- ^

scheint. Dieser ist Bcrthold I., ein Sohn LandolinS, der Erbauer ^

des Schlosses Zähringen. Ob dessen Abkunft aus einem italieni- ^

sehen oder aus einem helvetisch-burgundischen Geschlechte, oder vo» ^

einem fränkischen Major DomuS herzuleiten sey, läßt sich eben st j^s

wenig außer Zweifel setze», als daß das Geschlecht der Zähringtk ^

clsa fischen Ursprungs sey, und mit dem babsburgischcn und loch-ringischen Hause eine gemeinschaftliche Abstammung habe. Bertholt, ^der vom Kaiser Heinrich III. die Anwartschaft auf das Herzog-thum Schwaben auf den Sterbefall des bejahrten Herzogs Ottovon Schwcinfurt bekam, nahm noch bei Lebzeiten desselben den her-zoglichen Titel an. Als aber der Kaiser vor Otto starb, gab nachOtto's Tode die Kaiserin Agnes, Vormünderin-ihres Sohnes Heun