164 Bandello
sidcnr Petersburg, von'Bischof Lothar 1702 erbaut, die vomkir-che mit ihrem Kirchenschatze und den Grabmälern Heinrich« II.«nd seiner Gemahlin Cunigunde, Konrads III. und Papstes Sie-mens II., die schöne Universitätskirche u. s. w> Die hiesige Uni-versität wurde im I. 1585 als ein Gymnasium academicum errich-tet, IÜ47 von Bischof Otto in eine Universität verwandelt und1648 eingeweiht, 1739 von Bischof Friedrich Carl mit der juristi-schen und mebicinischcn Facultät vermehrt, und endlich 1803 inein Lyceum mit vollständigem philosophischen und theologischen Un-terricht verwandelt. Auch die medicinisch - chirurgische Lehranstaltam großen Ludwigshospiiale wurde beibehalten und neu dotirt.Ferner ist Bamberg seit i8«3 der Sitz des Oberappellationsgerichtsfür alle fränkischen Länder, eines Hofgerichts zur Entscheidung derProzesse in zweiter Instanz und der Eriminalfälle, und einerLandesdirecrion zur Besorgung der staatsherrlichcn und staati-wrrthschaftlichen Angelegenheiten, womit auch das geistliche Depar-tement verbunden ist. Berühmt ist die Stadt, endlich auch durchdie Zahl und den Fleiß ihrer Gärtner, die eine große Zunftbilden.
Bandells (Mattco), ein berühmter italitnischer Novellist,dev, wie es scheint, im Jahr« 1430 zu Castelnuovo di Scrivia imTortvneKschen geboren war. Er studirt« zu Rom und Neapel, undlegte sich, sowohl den scholastischen Spitzfündigkeiten seiner Zeit alsdem Studium der Alchymie abgeneigt, fast ausschließlich auf dirschönen Wissenschaften. Er scheint mehrere Jahre in und um Massland gelebt zu haben, besonders von Pkrro Gonzaga und Camill»Bcntivoglio geschätzt, die ihre Tochter von ihm unterrichten ließetDann lebte er in Mailand, bis ihn, einem Anhänger Frankreich«!nach der Schlacht von Pavia, die Spanier daraus vertrieben. Erirrte einige Zeit von Qrt zu Ort, ging anfangs zu LoddvicrGonzaga, dann zu Cäsar Fregoso, der aus venetiattischrn in skaimzöstsche Dienste getreten war, lebte bei ihm in Prcmont bis zuo»Abschluß des Waffenstillstandes zwischen den kriegführenden Mächeter, und folgte ivm dann nach Frankreich. Nach dem Tode seinesBeschützers lebte er zu Agen bei dessen Familie, und ward 1550zum Bischof dieser Grabt ernannt. Er überga'b die Verwaltungseines Sprengels dem Bischof von Graste, Und beschäftigte sich >Neinem Alter von siebzig Jahren mit der Ausarbeitung und Vollen-dung seiner Novellen, von denen er 1554 die drei ersten Bändeherausgab; ein vierrer erschien 157z nach seinem Tode, bon de»das Jahr nicht genau anzugeben ist. Außer den Novellen sind vonBandello gedruckt Eanri Xl stelle losti stelle S. I.uvivri» klon-iroge stl 6enruc>l» s stel vero einore, eol reiristio sti pusticiti»»akxen 1545; noch ein anderes Gedicht zu Ehren der Lucrezia Gon-zaga» und eines auf die Geburt eines Sohnes von Eätar Fregost,sämmtlich ohne großen Werth. Andere seiner Gedichte, welchtsich handschriftlich zu Turin befinden, hat Costa daselbst 1816 unterdem Titel llirne sti lVIarwa. L.anstello herausgegeben. In seinenNovellen erreicht er zwar den Boccaz nicht; allein natürliche Ein-fachheit, ein rascher Gang der Erzählung und harmonische Kürzther Perioden zeichnen sie Vortheilhaft aus, wobei jedoch der In-halt nicht selten ziemlich Unzüchtig ist. Dieser Vvrwurf trifft ihnmehr als den Boccaz, da tr gern bei schlüpfrigen Scenen verweiltund. seine Farben nicht spart, sie für die Phantasie auszumahlen.