Bardiet 167
imS. ihrer Bardenzert gerettet haben; und wir können UNS folglich»»er. des Namens Bardiet mit Recht zur Bezeichnung des Bardenge-sanges fortbedienen , wenn wir nur nicht an die Eigenthümlichkeitalen, jener keltischen Nationalsänger denken, welche ursprünglich alleinlacht Barden geheißen zu haben scheinen. Carl der Große ließ einev°r> Sammlung deutscher Bardenlicder (uralter Nationalgcsänge) ver-einn anstalten, welche aber leider verloren gegangen ist. Die skandina»n im vischen Völker besitzen noch einige Bardcnlieder in den Gesängen
>igß, ihrer Skalden. .Auch treffen die Gesänge der ältesten National-
steil- dichter eines Volks gewöhnlich in einem Gegenstände zusammen,
gn d. i. in der Besingung der Thaten der Helden, welche an die
o«at Götter grenzen, und in dem kriegerischen Charakter der Gesänge,
and. welcher zur Tapferkeit entflammt. Daß nun auch die Deutschen
UM solche Gesäntze hatten, sagt TaciruS in jener Stelle; daß aber der
ipitz, Gesang kaum mehr als ein wildes Geschrei gewesen, versteht sich
und von selbst, und ist auch aus mehrero andern Stellen zu beweisen,
hatt! Letzteres nun ist in den Begriff des neuern Bardiets, wie es vor-
hml! zöglich zu Klopstocks Zeit aufkam, mit aufgenommen worden,
kürz- und man versteht daher unter Bardiet in der neuern Poesie ein
laus Lied, in dem vorgestellten Charakter eines Barden oder ältesten
Bor- Sängers der Ratisnalvvrzeit gedichtet, besonders ein religiöses
d«> Und kriegerisches Lied, oder einen Schlachtgesang in dem wildkras-
uidi, tigen Tone der Urzeit, vorzüglich der germanischen Völker; wovon
Du das in Ton und Sitten cultivirt ere K r i e g L l i e d unserer bürger-
stM lichtn Zeit sehr weit verschieden seyn nuiß. Die Dichter nun, wel»-
ale», che zu Klopstöcks Zeit das Bardiet ausbildeten und bis zum
schM ltbcrdruffe erschallen ließen, ahmten in demselben jedoch meistcn-
chs», theils die sentimentale Weichheit des Ossian, der eben durch Mac-
a-ff pherson wieder erweckt worden war, nach, und arteten im Gegen-
esm theil in ryhes kunstloses Gebrüll aus, über welches sich schon Hol-
. l-e- ty (si'«lesen Art.) und ftiw- Freunde durch Parodie» lustig' mach-te«, ten.' Zch Ganzen konnte diese Gattung dem Publicum nicht lange
scher zusagen, weil sie in dem einen Falle nur Nachahmung, und zwar
en, eines sehr unbestimmten und nebelhaften Urbildes, seyn konnte, in
leich dem andern aber dem schon sehr verständigen und modernen Pub-lei- licum zumuthete, sich einige Stufen zurückzustellen und die Mieneder deutschen Rohheit anzunehmen, welches bei dem großen Man-e iß gel individueller Züge/ oder bei der Einmischung einer unausgebil-
stul beten Mythologie, die erst der Erklärung bedurfte, ohne großen
den, Bortheil zu seyn schien. Doch müssen wir diese Ausartungen derchk« Auern Poesie nicht mit den, wenn auch nicht durchaus gelungenen,
n.iii- Bersuchen Klo pst 0 ck s und einiger seiner Freunde »er-
euc- mischen. Denn Klop stock, welcher das neuere Bardiet erfand,
„rer vermischte zwar Celtisches »nd Germanisches, daher bei ihm auch
flnu von Druiden rc. die Rede ist, auch konnte es ihm nicht gelingen,
M die nordische MysLplogie mit seiner Poesie zu assimiliren; aber nie
ge< verläugnet sich doky ganz der Genius, und seine Bardiets werden
den der Welt zeigen , mit welchem Ernste Klopstscks ahnender Geist die
ltel- deutsche Kraft aufrief und bei den Schatten der Vorfahren beschwor,
web Übrigens gab Klopstock dem Bardiet auch die dramatische Form,
„il- >v,e in seiner Hermannsschlacht, in welche einige Schlachkgcsänge
, m verwebt sind. Denis und Gerstenberg behandelten viele Gattung
l«- wichtiger lyrischer Form; Kcetschmann in epischer. Letzterer bil-
eestt «ele sich auch eine Theorie des Bardiets, in welcher er den Bar-