Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
169
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Barlow 1^9

Barlow (Joelö, berühmt als der Verfasser der Eolum-biad«, des erste» in Nordamerika gedichteten Epos, war imStaate Connecticut von wohlhabenden Ältern und als der jüngstevon zehn Geschwistern geboren. Nach dem frühen Tode seines Va-ters ward er in den Eollegien zu Dartwouth und Newhaven erzo-gen und zeigte schon hier seenc dichterischen Anlagen durch einenHymnus auf den Frieden. Geist patriotischer Eifer stellte ihn imamerikanischen Freiheitskriege als Bolsntar in die Rechen der Va-terlandsverthndiger, und erst nach glücklich erkämpftem Friedenkehrte er zu den Wissenschaften zurück. Ihn beschäftigte damalsdie Herausgabe einer Aeitung, die ihn mit den politischen Ver-hältnissen beider Weltkhcile vertrauter machte; zugleich studirt« erdie Gesetzgebung und Rcchtsgclahrkheit. Im I. 1785 unternahmer in Aufträgen einer Gesellschaft, die am Ohiü' weiiläustize Län-dereien erkauft hatte und einen Theil davon wieder verkauft^wollte, eine Reise nach Europa, um Käufer dafür anzuwerben»Der bald darauf erfolgende Ausbruch der französischen Revolutionmachte ihn zu einem enthusiastischen Freunde derselben, weßhalbdie Constitutionsgcsellschast zu London ihn zu ihrem Abgeordnetennach Paris ernannte, um dem Rationalconvent ihre GlUckwun«schungsadreffe zu überreichen. In Paris verschlang die Politik alleseine Zeit. Er schrieb eine Broschüre über die Mängei der franzö-sischen Revolution von i/yr, welche sein Freund, der bekannteThomas Payne dem Convent übergab. Als bald darauf er. selbstvor den Schranken mit seiner Sendung erschien, ward er mit demrouschendsten Beifall empfangen. Im Febr. i 7 gz ließ sogar Guy«ton-Morveau ihm die Ehre des französischen Bürgerrechts decre-t««n. Desto unfreundlicher nahm ihn bei seiner Rückkehr Pilsstuf, der ihn für einen Agenten der englisch?» Jarobiner an-,ssty, und, wiewohl vergebens, strenge Maßregeln gegen ihn pro-vscirte. Barlow verweilte nicht lange in England, denn er erhielt^on Washington iTgg den Auftrag, mit den Barbgresien in Un-terhandlung zu treten, und die zu Tunis, Tripolis und Algier inGefangenschaft lebenden Amerikaner zu ranziouiren. Barlow ne»Lsts'kte so glücklich, daß ihm die Regierung seines Vaterlandesöffentlichen Dank zuerkannte. Nach feiner Rückkunft in PariS gaber seine Briefe an seine Mitbürger heraus, weiche in einerkraftvollen Sprache sehr gesunde Begriffe über Regierung und Ge-setzgebung, aber auch Ideen von politischer und bürgerlicher Frei-heit vortragen, die ihm manchen Gegner weckten, ohne ihm jedochAchtung seiner Vaterlandes, noch die Freundschaft der«dlern des Auslandes, mit denen er in Berührung stand, zu ent-z'-ehen. Später kehrte er in sein Vaterland zurück, wo er sich inder Nähe der Bundesstadt Washington ein Landgut ankaufte, demer wegen seiner reizenden Umgebungen den Namen Calyrama gab,F^r.sttbeilete er den Plan für eine große Universität oder poly-lccymsche Schule aus, und brachte damit seine Ideen über Natio-"Ziehung in Verbindung. Allein er fand nicht mehr den zurseiner Borschläge nöthigen Gemcingeist, und war ent?leine ätzten Lage in ländlicher Ruh- der Ausarbeitung^-schichte der amerikanischen Revolution und ihrer Folgend-? » als er pziz den Auftrag erhielt, sich als Gesandter

i,»K»."°^""Eanischen Freistaaten nach Paris zu begeben. Erdies, ehrenvolle Ernennung an, folgte l 8 is dem sranzöst-