Igo
Baukunst
Lunstder Gefallens, sondern des Nutzens. DerBegriffdes Gebrauch,ist so wesentlich mit ihren Werken verknüpft, daß sie selbst da, »sie nicht nützen, sondern nur zieren will, den Schern des Gebrachannehmen muß. Ohne ihn würde ihren Werken der Gehalt, i»Bedeutung fehlen, sie würden willkürlich, leer und zwecklos «rMncn. Soll aber die Baukunst als schöne Kunst sich erweisen, iso fern sie ihre, dem Zwecke des Gebrauchs gemäß erfundenen »bchiach mechanischen Gesetzen construirten Werke, zugleich mit Rückstauf Wohlgefallen durch den bloßen Anblick bildet, so hat sie di>Aufgabe zu lösen, in ihren Produkten die objective AwecknMkeit des Gebrauchs mit der subjektiven Zweckmäßigkeit des Gefall!«in der bloßen Betrachtung, oder mit zwei Worten, das Nützlichmit dem Wohlgefälligen zu verbinden. Ästhetische Ideen aber, mum so mehr da« Ideal, müssen ihr nothwendig mangeln, da ßkein Vorbild in der Natur hat, dessen allgemeiner Begriff in >lren Darstellungen sichtbar würde, sondern ihre Werke nur »der Vorstellung von Zwecken hervorbringt. Wie zweckmäßige»in ihrer Art vollkommen diese Werke auch seyn mögen, ihr Mbleibt immer nur technisch und auf das Nützliche beschrankt, uns«einer idealen Erhöhung und Veredlung. Der Spielraum, den Ein«dungskraft und Geschmack behalten, beschränkt sich nur auf die Deckng»ng der steifen geometrischen Einförmigkeit, und auf Verzierung»Theile; auf die Formen, welche der Verstand den Zwecken ge«bestimmt,dürfen sie keinen Einfluß haben. Die Ursache, warum dieMkunst kein Ideal bat und Hasen kann, ist die strenge technische ZMMäßigkeit, die in,ihren Produkten herrschende geometrisch regei»'ßige Form, das Übergewicht des Mechanischen in ihr, das nm'«ine geistige Veredlung ihrer Zwecke, noch einen freien Voituderselben verstattet. Der Architekt hat bloß mit Form, Werd",niß und Masse lebloser Dinge zu schaffen, sein Geschmack ist ckauf Verzierung eingeschränkt, und durch diese Mittel kann er i»«-Eleganz und Größe, festliche Pracht, Ernst und Erhabenheit »drücken; aber in die Regionen des Ideals kann er nicht, dring«und Geist, Seele und Leben liegen außerhalb der SphäreKunst. Habe» wir nun zwar der Baukunst das Ideal «»gest»chen, so haben wir doch zugleich eingeräumt, daß ihre Werke wverschiedenen Ausdruck und eigenthümlichen Charakter haben. »»sen Charakter enthält ein Gebäude, wenn seine Gestalt und bHältniffe genau den Zweck ausdrücken, wozu es da ist. Durch ^-ein Zwecke gemäxe Ausführung entsteht er vo» selbst, kann »auch geflissentlich von dem Künstler, um der ästhetischen Wirr,willen, stärker ausgedrückt, und durch bedeutend« Verzierungunterstützt und gehoben werden. Unterscheiden wir nun einen .aischen und ästhetischen Charakter, so können wir »>q 'Abrede seyn, daß die Baukunst des letzter« fähig sey. Wer ynicht empfunden, daß Gebäude Gefühle der Größe, der Prder Zierlichkeit, der Erhabenheit erregen, daß sie "sw" //A,»der erheiternden, einen schauervollen oder lachenden Ernoru»terlaffen, je »ach ihrem verschiedenen Charakter. Ehe wir I« ,»eigen, daß die Baukunst, abgesehen vom Schönen, eine asresche Kunst sey, wollen wir versuchen, ihre Theorie amzui .zDie Baukunst, bloß als Kunst betrachtet, ist die Kunst,von Wohnung-Sichcrungs-, Aufbewahrung--, Geschäs»p'"?^Wiefern sie bloß in der Kunst ihren Ursprung haben
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