Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
181
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Baukunst rZr

>ra>ch nicht die Natur, sondern einen iwillkürlichen Zweck zum« Bestimmungsgrunde hat, diesem Zwecke gemäß darzustellen. EinrM architektonisches Werk hervorzubringen, bedarf es demnach einmal", d« ^ idealen Synthefis im Geiste des Künstlers, und sodann derDarstellung. Dort ist Entstehung der Form, hier Behandlung desen,» Stoffs. Der Stoff erfodert Construrtion nach mechanischen Gesetzen,m die Form aber ist bedingt durch den Stoff. Der Stoff des Bau-uH meisters ist Körper, dessen Merkmale, Ausdehnung und Begrän-/1^,7 zung, im Raume sind. Jenebestimmt seinen Inhalt, diese seinen Umfang;mW j«neistsein positives, diesesein negatives Merkmal. Nehmen wir mehr'W? das positive Merkmal der Ausdehnung wahr, so sagen wir, der KörperUM habe Masse; nehmen wir hingegen mehr das Negative derBegrän-u, ^ zung wahr, so sagen wir, erhabe Form. Hieraus lassen sich die Sphäreda,? und Eigenthümlichkeit der Baukunst und die dem Architekten noth-E wendigen Kenntnisse abnehmen. Ihre Sphäre geht so weit, als dier » Gesetze der Mechanik Construction aus Mass- gestatten; ,hre Eigen.>ig"» thümlichkeit besteht darin, daß sie eine Kunst des Raumes ist; dreE Kenntnisse des Architekten müssen Mathematik, vornehmlich Geome-trie, Statik und Mechanik, Physik und Chemie, Zeichenkunst undEi"» dazu gehörige Optik umfassen, theils damit er die Masse gehörigLeM behandle, theils damit er schickliche Form wähle. Mit diesem al-ung«l kn ist der Architekt nur Techniker; ästhetischer Künstler wird er,wenn er durch seine Werke ästhetische Eindrücke, deren Masse undieW Form fähig sind, zu bewirken versteht. Dies wird ihm gelingenZw!» durch Nachahmung der Natur. Zwar sagten wir oben, daß dre!gel»i Baukunst kein Borbild in der Natur habe, allein wir modificirenwm dielen Satz jetzt dahin, daß sie zwar nicht, wie andere Künste, schonsorid ^was Fertiges vorfindet, das sie nur zu copiren braucht, daß aber!erM dennoch die Natur, in so fern sie als ein Bewirktes, RuhendeSist b« erscheint, ihr Urbild sey. Da« ästhetische Gemüth bemerkt an ihrr w« Masse und geometrische Form, die theils an sich, theils durch ge-il » genseitige Verhältnisse, kraft der Analogie des Physischen zum Ger»rill«» stigen, durch die bloße Betrachtung Eindrücke machen und Ideen! st'« wecken. Wie diese Eindrücke bei dem Landschaftsmahler und Gar-gch« tenkünstler, bei jedem nach seiner Weise, bestimmend «erden füre eB die Produkte seiner Kunst, so auch bei dem Architekten für diel. M seine; sein Geist strebt, die durch die Natur in ihm hervorgerufe->d N nen Gefühle durch seine Kunst zu erregen, so weit sie dies vermag,-ch «l! Dazu aber muß ihm, außer der Fähigkeit, ästhetische Ansichtenin B von der Natur zu fassen, jene schöpferische Kraft inwühnen, drezirkK »uz freiem Vermögen Werke der Kunst hervorbringt, welche nichtuuW nur einen ähnlichen Eindruck, wie die Werke der Natur, sondernen selbst einen höhern im Gemüth zu bewirken vermögen, weil seineicht? Kunst das einzeln Zerstreute, wie in einem Brennpunkte gesam-r melk, durch das Medium seines Geistes zurückstrahlen soll. Erjdird also Genie, d. h. Original in seinesi Produktionen .seyn mus-eiE sin; denn sein Werk , für das kein fertiges Borbild da ist, wir»nur durch eigene Erfindung möglich. Er geht von einer Idee aus,

^ zwar von einer ästhetischen, welcher gemäß er alles in seinem Wer-

^anordnet und ausführen laßt, womit er zugleich die beengendenSchranken objectiver Zweckmäßigkeit vor sich niederwirft, dennSeffn leitet blos ästhetische Zweckmäßigkeit, durch welche er seineö^r freien, d. h. nicht heterogenen Zwecken dienstbaren>d ss Kunst erhebt, als deren Vollendung ihm «erleuchtet H»r-