Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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182
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182 Baukunst

monke, der Massen, Formen, Verhältnisse der Sich- ^tes und Schattens, als hier gebrauchter Empfin-dungszeichen oder Mittel. So wäre denn die Baukunst ssials ästhetische Kunst desinirt, diejenige bildende Kunst, welche ästhe- ^tische Ideen in wirklicher Raumerfüllung, nach bloß ideeler Norm, l«unter Bewegungsverhaltniffen bloß für das Auge darstellt. — Wo ^die objective Zweckmäßigkeit zu walten anfängt, da scheiden sich "eigentlich ästhetische und bürgerliche Baukunst; in Fällen aber, wo ,,die Gränzen in einander überzugehen scheinen, wird man das Überwie-gende sehen müssen. Wichtiger ist es, die Darstellungsfähigkeit unddaraus entspringende eigenthümliche Wirksamkeit der Architektur in ?!Beziehung auf die übrigen schönen Künste, zu erforschen Die Darstel« Alungssähigkeit in einer jeden schönen Kunst ist durch ihre Mittel bedingt.

Die Architektur ist durch die ihrigen eine Kunst des Raumes, dies ,

unterscheidet sie von Poesie und Musik; sie ist eine bildende Kunk, ..

die aber nicht durch Sinnenschein wirkt, wodurch sie von der Mäh- ^

lerei, und keine schon fertiget! Vorbilder in der Statur nachahmen ^

kann, wodurch sie von der Plastik unterschieden ist. Kann siedemnach weder mit der Poesie in universaler Darstellung, noch mit v,der Musik in Gesühlsübergängen, noch mit der Mahlere, in Reiz ^und Mannichfalcigkeit, noch mit der Plastik in Bestimmtheit wett- ^eifern, fo dürfen wir doch nur auf die Ähnlichkeiten sehen, die sie ^

Mit jenen Künsten hat, um uns zu überzeugen, daß sie ntcht wir- ^

kungslos ist. Mit den bildenden Künsten, so fern diese auch räum- ^

lieh sind, hat sie unmittelbare Anschauung und Beschränkung asif ^

einen Moment gemein. Was sie gegen die Mahlcrei an Sinnenschein ^

verliert, gewinnt sie an Sinnenwahrheit, die sie mit der Plastik ^

gemein hat; und geht ihr gegen diese Bestimmtheit ab, so gewinntsie dagegen wieder an Freiheit. Übrigens kann sie nach Art der ^

Malerei Farben und Licht mitwirken lassen, und selbst bis aus, ei» ^

nen gewissen Grad, entweder durch Hinzuziehung der Optik Mr A

durch Erwägung der Verhältnisse mit Sinnenwahrheit Sinnenschein un

zu desto größerer Wirkung verbinden. Der Ausdruck des Geistigen pf

aber, .oder die Poesie der Architektur, ist nicht im,,Raume zu sn- lci

chen, sondern an die Zeit gebunden. Daher die Ähnlichkeit der ^

Architektur mit Poesie und Musik, als den Künsten der Zeit, wie- du

wohl jene mit ihren Mitteln nicht, was diese mit den ihrigen zn. B

wirken vermag. — Was die Theorie der Baukunst betrifft, st w«

sind für ihren wissenschaftlichen und technischen Theil eine MengeRegeln von den vorhandenen Werken abstrahirt, und in vielen treff- rüticken Lehrbüchern zusammengestellt worden. Der ästhetische Theil ze

kann sich nicht eines gleichen Vorzugs rühmen. Ohne die Idee K

dieser Kunst gefaßt zu haben, ging man nicht über das Borhan- vo

dcne hinaus, und verfuhr dabei höchst einseitig. Die großen Wer- «r

schiedenheitcn, die man in verschiedepcn Zeiten und bei verschiede- de

nen Völkern in der Baukunst wahrnahm, hinderten, nach einem T

allgemeingültigen Schönen zn fragen. Man glaubte sich durch eu-e A

bestimmte Wahl entscheiden zu müssen, und entschied sich ziemlich le>

allgemein für die griechische Architektur, die allerdings als die ei- S

geiitilch schöne zu preisen ist. Ihre Schönheit ist aber nicht da» sef

Ästhetische überhaupt, welches als das Allgemein« sorgfältig davon w

zu unterscheiden ist. Erst wenn wir dies ins Auge gefaßt, uno fa

uns überzeugt haben, daß keine Nation die Kunst allein und ganz ui

besessen habe, daß die griechisch« Baukunst als schöne im engern th