> 84 Baukunst
kämpft war, die größten Meister, ein Phkdia«, JktiNuS, Kalli-krates u. A., von Perikles aufgemuntert und unterstützt. Es er-hoben sich der schone Mwerventempel auf der Burg zu Athen, diePropyläen, das Odeum und andere Prachtgebäude. GleicherKunstsinn regte sich tm Peloponncs und in Klein - Asien. HoheEinfalt verband sich mit majestätischer Größe und Schönheit i»der Form. Man wandte die veredelte Kunst yicht bloß auf Tem-pel, sondern auch auf Theater, Odee», Säulengänge, Markt-plätze, Gymnasien an. Reden der dorischen Säule entstand nochdie ionisch« und corintbifche. Mit dem peloponnesischen Kriege werdie Blüthe der Baukunst dahin. Edle Einfalt ging in Zierlichkeitüber. Diesen Charakter trägt die Kunst zu Alexanders Zelte»,der eine Menge neuer Städte anlegte, deren achtzehn seinen Na-men führten Immer aber herrschte neben der Zierlichkeit nochstrenge Regelmäßigkeit. Nach Alexander brachte da« stets zuneh-mende Bestreben nach Schmuck und Putz die Kunst ihrem Falle im-mer näher, Zu Griechenland wurde sie selbst wenig mehr getrie-ben, und in Asien unter den Seleuciden, in Ägypten unter denPtolemäern in «inem unreinen Geschmacke ausgeübt. Die Römerhatten in der Baukunst nichts den griechischen Meisterwerken Ähn-liches auszuweisen, wiewohl sie schon früh ihren Fleiß an andereFächer der Baukunst, an Wasserleitungen, Cloakcn und an de»Wasserbau gewandt hatten. Das Eapitol und den Temvel beikapitolinischen Jupiter hatten etruskische Baumeister aufgeführt.Bald nach dem zweiten punischen Kriege aber wurdcn die Römermit den Griechen bekannt. Sulla brachte zuerst die griechischeBaukunst nach Rom; er, Manus und Cäsar errichteten in Ro«sind andern Städten große Tempel. Aber erst unter dem Aug»?erhob sich die Kunst zu der Vollkommenheit, deren sie zu dieserZeit fähig war. Er gab den griechischen Künstlern, die ihr Va-terland mit Rom vertauscht hatten, Aufmunterung, und führte,zum Theil aus Politik, viele prächtige Werke der Baukunst aus.Aarippa baute Tempel, Wasserleitungen und Theater. Die Pri-vatwohnunaen wurden mit Säulen und Marmor verziert. Nist-minder prächtig erbaute man die Landhäuser, deren die reiche»Römer oft mehrere besaßen. Das Innere wurde mit Kunstwerke»,die in Griechenland erbeutet waren, ausgeschmückt. Die Wändeüberzog man mit dünnen Mariyorplatten, oder mahlte sie aus uadtheilte sie in Felder, in deren Mitte Gegenstände aus der My-thologie oder Geschichte vorgestellt, und die ringsum mit zierliche»Einfassungen versehen waren. Diese Einfassungen waren daS, M»'wir Grotesken nennen. Augusttz Nachfolger verschönerten fast allemehr oder weniger die Stadt, errichteten die prächtigsten Palästeund Tempel, und schmückten auch die eroberten Provinzen w"denselben, bis endlich Constantin der Große die Residenz ro"Rom nach Censtautinopel verlegte, wo denn für Roms Verschö-nerung nichts weiter geschah. — Als die Römer die Baukunst ve»den Griechen empfingen, war sie bei diesen schon von ihrer Bell'kommttcheit und Reinheit herabgefunken. Zierlichkeit war anSielleder großen, edeln Schönheit getreten; zwar erhob sie Mkurze Zeit in Rom zu ihrer ersten Hohe, artete aber bei der iw>mr steigenden Prachtliebe der Kaiser durch Überladung und SP>-ssres yald wieder au«. Um diese Zeit ward die -orinthische SüM,--er-V. man sich gemeiniglich bei Lemveln und Prachtgebäuden o-öiente, ausgebildet, und erhielt ein eigenes GMlk, das vory