Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Baukunst r85

«us dem dorische» und ionischen zusammengesetzt war. Schon vonNero an nahm der.Luxus überhand; das Äußere und Innere derGedäude ward überflüssig verziert. Hadrian, der die Künstlermöglichst aufmunterte, konnte den edlen Geschmack i» der Baukunstnicht zurückführen. Statt das Vorhandene nachzuahmen, wollteman Neues erfinden und das Schöne »och schöner machen. Da-durch entfernte man sich aber immer mehr von dem Großen. Jetztentstanden die Verschröpfungen, die Postamente unter den Säu-len, die vielen Basreliefs an den Außenseiten der Gebäude, dieCannelirungen der Säulen, die Verjüngung derselben nach einerkrummen Linie, die gekuppelten Säulen, die verjüngten Pilasterhinter den Säulen, kleine Säulen zwischen großen, runde unddurchschnittene Giebel, die ausgebauchten Friese. So wurde dieKunst von den Jetten Vespasians an bis zur Regierung der An-tonio« ausgeübt. Sie lieferte Werk«, die zwar immer noch al»Meisterstücke angesehen werden können, denen aber doch der große,edle Styl der Griechen fehlte. In den Provinzen war der Ge-schmack noch tiefer gesunken. Nach den Antoninen verfiel die Kunstnoch mehr; man bemühte sich, noch häufigere Verzierungen anzu-bringen als bisher, welches besonders der sogenannte Logen derGoldschmiede bezeugt. Alexander Severus half ihr als Kennerzwar einigermaßen auf; allein sie versank unter seinen Nachfolgernnur desto schneller, und Nahte sich allmählig ihrem gänzlichen Ver-falle. Die Gebäude aus dieser Zeit sind entweder mit tändelndenund kleinlichen Verzierungen überladen, wie die zu Palmyra, odergränzen an das Rohe, wir die unter Eonstantin zu Rom erbau-ten. unter den folgenden Königen geschah, wegen der steten Un-ruhen der Araber, Alemannen, Gothen und anderer Völker, wenigfür die Verschönerung der Städte. Justinian baute wieder viel.Sein vorzüglichstes Gebäude war die Sophienkirchc zu Constanti-nvpel. Die alten schönen Werke her Baukunst sanken durch dieEinfälle der Gothen, Wandalen und anderer Barbaren in Jta-Spanien, Griechenland, Ägypten, Asten und Afrika großenTheils in Trümmer, und was der Zerstörung entgangen war,°"eb unbeachtet.- Theodorich, Kdnig der Ostgothen, ein Freundder Kunst?, zeigte sich sorglam für die Erhaltung und Herstellungder alten Gebäude, un« ließ selbst viele neue aufführen. Unterhm entstand die altgothisch« Baukunst (s. Gothen). Die Lan-gobarden, die in Italien einfielen, hegten keine Ächtung für dieatterthümer, und mochten sie weder schonen noch erhalten. Was siebauten, war geschmacklos und fehlerhaft. Die andern europäischenStaaten, die durch die römische Cultur verfeinert worden waren,Gallien, Spanien und das südliche Britannien, litten zwav.auchdurch die großen Völkerwanderungen; bald aber nahmen die Über-wmder die Sitten der Überwundenen an, wodurch die Cultur sichhob. In andern Ländern, wie Deutschland, wohin die Römer nichtgekommen waren, konnte sie nur langsame Fortschritte machen.A" Ermannen, die sich in Sicilicn festgesetzt hatten, bauten die^A^drale von Messina, ein großes, aber geschmackloses Gebäude»°«s den Grund eines alten Tempels, an welchem man, nach den°amit in verschiedenen Jahrhunderten vorgenommenen Berandcrun-- Sinken und Steigen der Kunst neben einander sieht.<ne Vandalen, Alanen, Suevcn und Westgothen waren in Spa-nten und Portugal eingedrungen, die Araber und Mauren, ver«