Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Baumgarten (Alex. Eottl.) a89

chrsr wghren Vollkommenheit näher zu bringen, wiewohl sich nichtbehaupte» läßt, daß es allenthalben gelungen wäre.

Baum garten (Alexander Goltlieb), geb. 17^4 Berlin,gest. 1762, -in durch scharfe Analyse und Klarheit, der Begriffeausgezeichneter Schüler Wolfs, und Stifter der Ästhetik (s.dies. Artikel). Baumgarten sah schon das Unbefriedigende undVerwirrende der von Knnstwerken und ihrer Wirkung abstrahierenKuustcegeln ein; so lange man daher, sagt er selbst, die Regelndes Geschmacks auf nichts anders bauen kann, verdienen sie auchden Namen einer philosophischen Wissenschaft nicht. (Hier-durch unterschied sich Baumgarten schon vortheiihaft von den Kunst-theonsten seiner Zeit. vergl. z. B. Batteux, denn er suchte dieKunstlhevrie selbst wrssenschaftlich zu ---gründen.) Die Resultateeiner solchen, behauptete er, müßten vielmehr allgemeingültigseyn, welches sie nicht sind, wenn sie sich bloß auf Jnduction»der Äuctorität gründen. Man müsse also zu den ersten,allgemeinen, aus der Natur des menschlichen Geistes geschöpftenGrundsätzen aufsteigen, wenn eine wahre Philosophie des Ge»schmrcks entstehen solle. In der Schönheit aber bestehe das W«.sen aller Künste. So weit war Baumgartens Behauptung richtig.Die Schönheit selbst aber erschien ihm unter dem Begriffe derwolfschen Schule, als sinnlich erkannte Vollkommenheit, sinnlich,vollkommene Erkenntniß des sinnlich Vollkommenem. Durch-diese Erklärung machte er eines Theils baS Schöne bloß zu einem-Gegenstände der sinnlichen Empfindung, wobei das Ideal«desselben ganz übersehen wurde, andern Theils wurde die Wis-senschaft desselben, als Wissenschaft der sinnlichen Er-kenntniß (diese Bedeutung hat bei ihm der für dieselbe gewählteAusdruck Äst h ct i k), eine von der Logik abgesonderte, in ih-rem Wesen aber ganz logische Theorie des sogenannten niedernErkcnntnißvermögens. Denn er folgerte aus seinem Be-griffe des Schönen, „daß die Regeln der Ästhetik aus den allge-meinen Regeln der Bollkvmmenheiten fließen;" Vollkommenheitist ihm aber, wie seinem Lehrer Wolf, Übereinstimmung des Ge-genstandes mit seinem Begriffe. Dadurch unterscheidet er aber dielogische von der ästhetischen Vollkommenheit, daß ihm jeneein« deutlich erkannte, diese eine dunkle Erkenntniß ist, wo-durch der Begriff einer Wissenschaft des Schönen wiederum sehrschwankend wird. Die Idee einer solchen Wissenschaft nun stellteer zuerst in seiner akademischen Streitschrift ä« nonnulli» sckxoenm xsrrinentikns (Halle 1735, 4.) auf, und sieben Jahredarauf wurde er aufgefodert, diese Wissenschaft öffentlich vorzu-tragen. Aus seinen Dictaten entstand Georg Fr. Meiers Werk:Anfangsgründe aller schönen Wissenschaften, stLhle., Halle 1748ff. Erst acht Jahre nachher gab Baumgarten selbst sein größeres"der dieselbe (Aescliecio», Franks, a. d. O., 1750 bis Zg,s-a-hle. 8. und mehrmals) heraus, dessen Vollendung aber sein«od verhinderte. Das Ganze sollte aus zwei,Theilen bestehen,einer theoretischen und praktischen Ästhetik; erstere theilt«r wiederum in die Hevristik (Lehre von der Erfindung), M.tho«stvgle (Lehre von der Anordnung) und Semiotik (Lehre von derd,» »der Darstellung) ein. Nur die Einleitung, worin er

des Ganzen legte, nebst der Heuristik ist vollendet,»rigcns hatt« er fast überall bei Aufstellung seiner Regeln die so-