l9v Baumgarten (Iac. Siegin.) Daumschlag
genannten redenden Künste vor Augen. (Eine genauere Wür-digung der baumgartischen Ansicht findet man in HeydenreichsSystem der Ästhetik S. 6g. u. f., und in desselben Abhandlung!Entstehung der Ästhetik, Kritik der baumgartischen rc., im St.phil. Magaz. von Abicht und Born.). Weniger ist Baumgartmdurch seine übrigen philosophischen Schriften (z. B. pkuloso-pstis Kenernlis, von Ehr. Förster, Halle 1770 herausgegeorn;seine inviaxlig'siea, Halle 1739, 8-, von Eberhard, 17SZ; eiliic»piillosopleics, Halle 1740, 8-? niiiiotstr. in IvAicai» , 1761; ja»iionirae 1765, Halle 8-) berühmt geworden. — Baumgarten stu-dirtc zu Halle das wolf'sche System, wurde daselbst nachher au-ßerordentlicher Pros. (1738), dann ordentl. Pros. der Philosoph!!zu Frankfurt (seit 1740), wo er mit vorzüglichem Beifalle lehrte.Daselbst starb er auch. Sein Leben ist von Meier, seinem obenerwähnten Schüler, beschrieben worden (Halle 17Ü3, 8.); vergl.Abbts Werke, 4. Bd. u. Adelung zu Jöcher.
Baumgarten (Jacob Siegmund), ein sehr gelehrter Theo-iog, Historiker und Literator des igten Jahrhunderts,welcher mit großem Fleiße und mit vieler Gründlichkeit alle Theileder Theologie bearbeitete lz. B.-Hermeneutik 1742, nach Autg.von Seniler; prlrnoe liiieos drsvlarii onrrgniturnm oirristians-lura 1747, 8-, seinen damals sehr brauchbaren Auszug der Kir-chcngcschlchte v. d. Geb. Jesu an, 3 Thle., 2te Aufl., Halle 174Zbis 1746 u. m. a.); und die Herausgabe mehrerer bedeutenden hi-storischen und literarischen Werke (die englische allgemeine Welt-geschichte, zu welcher er Anmerkungen hinzufügte, 16 Khlc , 1744bis 1756, 4.; Nicerons Nachrichten, 15 Thle., 1749 bis 1757,8.; Ferrera's allgem. Historie Spaniens, 8 Bde., 1753 bis iM4; die Lebensbeschreibungen aus der britannischen Biographie, 10Thle., gr. 8-, 1754 , st- u. a.) besorgte, auch durch seine litera-rischen Sammlungen (Nachricht«» von der Hallischen Bibliothik1748 bis 1751, 8 Bde., 8., und seine Nachrichten von merk».Büchern, 12 Bde., 1752 bis 1757) sich sehr verdient gemacht hat.Er war 1706 geb. zu Bolmirstädt, seit 1734 Pros. der Theo-logie zu Halle, und starb daselbst 1757. Sein Leben hat Semler(1758, 4-) genau beschrieben.
»Baum schlag nennen wir in der Natur den Wurf oderdie Lage der Verzweigungen der Bäume mit ihrem Blätterwerk,nach charakteristischer Verschiedenheit, und in den zeichnenden Kün-sten die Art der Darstellung derselben. Der Künstler hat dabeiden Anfodcrungen der Natur, der ästhetischen Jdealisi-rung und der Technik ein Genüge zu leisten. Naturge-mäß wird er seine Darstellung liefern, wenn er sich durch einanhaltendes Studium mit der Natur vertraut gemacht hat. Jod!Gattung von Bäumen hat ihre Eigenthümlichkeiten im Stamme,in der Stärke, dem Ansätze, der Stellung der Äste und Zweige,in der Form, Farbe und Stellung der Blätter, und der aus die-sem allen sich bildenden Krone. Einige dieser Eigenschaften Mwieder dem Wechsel unterworfen, z. B. die Blätter und Zweigenach den Jahreszeiten. Ferner hat die nächste Umgebung einenbedeutenden Einfluß auf die Gestalt eines Baumes und seiner ein-zelnen Theile. Alles dies kann der Künstler nur durch unmittel-bares Studium der Natur kennen lernen. — Wie weit er aber 1treuer Darstellung der Natur zu gehen habe, da die Erfahrung