Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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-9» Baxter Bayern

chende, natürliche Charakteristik dieser Darstellungsmittel seinirästhetischen Ideen entworfen, so bleibt ihm nur noch übrig, diiAnwendung davon zu machen. Diese geschieht entweder im Ein-zelnen, oder, wovon die Hauptwirkung abhängt, in Zusammen»stellung mehrerer, wobei er vorzüglich ankommt auf die Form derGruppen, die Mählerei des Laubwerks, Licht und Schatten, alleiin Gewißheit des eigenthümlichen Charakters einzelner Partie»,deren Übergang und Eontrast.

Baxter (William), ein bekannter englischer Kritiker, werim Jahre 1650 zu Banlugany, einem kleinen Orte in der Graf-schaft Shrcp, geboren. Seine Erziehung war in dem Grade ver-nachlässigt worden, daß er in einem Alter von achtzehn Jahre»noch nicht lesen und schreiben konnte, und keine andere Spracheverstand als die wallische; sein späterer Fleiß aber holte das Ver-säumte schnell nach, und er ward einer der berühmtesten Alter-thumskenner seiner Zeit. Im Ganzen verrathen seine Arbeite»mehr Gelehrsamkeit als Geschmack. Im I. 1695 gab er den Ana-kceon und 1701 den Horaz heraus; beide sind mehrmals neu ge-druckt worden. Er starb 173z, nachdem er einen großen Theil sei-nes Lebens dem Unterrichte der Jugend gewidmet« hatte.

»Bayern. — Die Geschichte Bayerns und seiner Bewohnerverliert sich in die dunkelste Borzeit. Ob die Nation von Celte»oder Germanen abstamme, ist noch nicht entschieden; wahrscheinlichsind die heutigen Bayern aus einer Vermischung der alten Bojermit den Bojoariern (die nach Mannert keine andern als die Mar-komannen waren, welche die Bojern besiegt hatten) entsprungen!und eine Denkwürdigkeit in der deutschen Geschichte ist es, dasdie Nachkommen jener Völkerschaften noch dasselbe Stammland be-wohnen, worin ihr Urväter sich einst niedergelassen haben; dennaußnihnen haben nur noch die Sachsen sich erhalten, wiewohl dieserName zu Anfang des zwölften Jahrhunderts auf Gegenden unbVölkerschaften übergegangen ist, die vorher nie denselben führten."Unter dem Namen Bindelicien war Bayern der römischen Herr-schaft unterworfen; als aber Lheodorich nach der Beilegung Odaa-ccrs ein neues ostgothisches Reich stiftete, da fiel auch Bayern indie Gränzen desselben; Lheodorich trennte die aufgenommenen Ale-mannen (Schwaben) durch den Lech von dem «»gränzenden Bayern(496). Der Sturz des ostgvthischen Thrones brachte diese unterden fränkischen König Lheodorich von Austrasien; doch retteten sieihre Vorrechte, und die Freiheit ihre Regenten und Feldherrnselbst zu wählen; man ist nicht gewiß, ob sie ihre Fürsten Könige»der Herzoge nannten. Die Geschichte nennt uns das Geschlechtder Agil» lfing er, das bis gegen das Ende des achten Jahr-hunderts sich in jener Würde behauptete, und aus ihnen kennenwir die Namen Garibasd, der zu Regensburg residirte, umdessen zweite Tochter, Lheodetinde, sich mit dem longobardische"Könige Autharis vermählte: Thassilo I., (590) dessen Regierungdurch das Beginnen der Kriege mit den slavischen Stämmen, welcheJllyrien, Steyermark, Kärnthen und Krain überströmten, uswderen Bundesgenossen den Avarern merkwürdig wurde; Od>ir,der Schwiegersohn Carl Martels, der den königlichen Titel förm-lich annahm, mit den Sachsen und Schwaben sich verbündete, ave»von seinen Schwägern Carlmann und Pipin besiegt wurde , a>°er der fränkischen Oberhoheit sich gänzlich entziehen wollte ( 74 »'»

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