Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
206
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so6 Beaumont

Grosse I 78 Y, Z Bde. 8.) In den letzter» Schriften theilt er vielenützliche Beobachtungen über Sprache, Natur, Kunst, Schönheitund Erhabenheit mit. Unter seinen poetischen Werken, woruntersich besonders viele Elegien befinden, ist vorzüglich der Minstrel,oder die Fortschritte des Genies, sein beschreibendes Ge-dicht in zwei Büchern (1776; v. Ausg. 17-yy, 2 Bde. 8.) und seinallegorisch didactisches Gedicht: das Urtheil des Paris (istz,4.) bekannt geworden. Bcartie ist zwar nicht originell, vielmehrein reflectirender Dichter; aber seine Darstellung ist angenehm, sei-ne Sprache elegant, und seine Tendenz immer edel. Seine Ge-dichte sind gesammelt in seinen Oi-ixin-el xocms 1760, z., und inden l-osms 011 severol Subjects, London 1766, 8- 1 *.

Beaumont (Francis) und John Fletcher, zwei ausge-zeichnete englische Schauspieldichter, von denen jener lg85 geborenwar, zu Cambridge studierte und schon 1615 starb, dieser aber 1576zu London geboren war, und ebendaselbst 1625 an der Pest starb.Won früher Neigung zur Dichtkunst beseelt, widmeten beide sichihr gemeinschaftlich, und da ihre Schauspiele, gegen fünfzig ander Zahl, ohne Absonderung unter ihren beiden Namen erschienensind, so ist es jetzt unmöglich anzugeben, was von dem einen undwas von dem andern herrührt. Wir wissen jedoch, daß Beaumontin der Blüthe seiner Jahre starb, und Fletcher, der mit anhalten-dem Eifer fortfuhr, für die Bühne zu arbeiten, ihn um zetz»Jahre überlebte. Daher können wir annehmen, daß vielleicht dieHälfte der Stücke von diesem allein ist. Nach dem Zeugnisse eini-ger Zeitgenossen war Fletcher das erfindende Genie, Beaumont do-gegeü, obwohl der jüngere, der ordnende und gestaltende Verstand;allein es ist wahrscheinlich, daß nicht diese gleichsam supplircndk»Eigenschaften, sondern vielmehr Gleichheit der Gessnnung sie ver-einigt habe. Shakspeare, dessen Zeitgenossen sie waren, dienteIhnen bei ihren Arbeiten zum Muster; sie lassen, wie er, patheti-sche und niedrig-komische Scenen mit einander abwechseln, aber duoft nicht zu verkennende Absicht, ihr Verbild darin zu überbieten,bringt zuweilen Mißtöno hetvor; wie es ihnen denn bei den aus-gezeichnetsten Talenten nur an der künstlerischen Mäßigung »ndBesonnenheit gefehlt zu haben scheint, um baS Höchste und Woli-'kemmenste in ihrer Gattung zu leisten- Der Wunsch, dem Pu-blikum, welches in jener Periode roher Kraft leichter Ausschwei-fungen als Schlaffheit vergab, zu genügen, führte sie von derrein künstlerischen Ansicht ab; aber die genaue Kenntniß diei/sPublicums und der Mittel, ihm zu gefallen, läßt sie mit Festigkeit und Zuversicht auf dem gewagtesten Wege gehen, und dadu!»ersetzen sie zum Theil, was an innerer Harmonie und ilbereinstiw-rnung ihnen abgeht. Am besten gelingen ihnen komische undleske Scenen, minder die tragischen, die nicht genug die »m«-der menschlichen Natur ansprechen. Ihre Zeitgenossen nahmen ibsArbeiten mit dem lautesten Beifall auf, und zogen sie selbst demShakspeare vor, mit der Behauptung, daß durch sie erst die eng-lische Bübne den höchsten Gipfel erreicht habe. Die unpartcllM,licht mehr 00m Rausche des Augenblicks ergriffene Nachweltdieses Urtheil verwürfen, uns Shakspeare die Palme zuerkannt.'"Bon ihnen wird erzählt, daß sie Schenken und Wirthshäuser §!>besuchte» und dort die menschlichen Charaktere studieren, und 0 ?sie einstmals, als sie an einem solchen Ocr über den Schluß ein