222 Bembo
le!
von Medicis (dem Bruder des Cardinals Johann, nachmaligen eil
Papstes Leo X.) nach Rom gefolgt, als man Julius II. gus Da- ^
cien ein altes Buch überschickte, das niemand erklären konnte, np
Bembo dechiffrirte es, wofür der Papst ihm die reiche Commende ^
von Bologna vom Orden des heiligen Johannes von Jerusalem gx
verlieh. Julius starb bald darauf, und Leo X., sein Nachfolger,ernannte, noch ehe er das Conclave verließ, Bembo zu seinemSecretär, mit einem Gehalte von zooo Thalern, und gab ihm sei-nen Freund Sadolct zum Lmtdgenossen Bald erhöhet« det Papstdiesen Gehalt noch um zooo Goldfloren. Um diese Zeit machteBembo die B,kanntschaft mit einer jungen und hübschen Dame,Namens Morosina, mit welcher er 22 Jahre lang in-dem zärt-lichste» Einvcrständniß lebte. Sie gebar ihm zwei Söhne und sa
«ine Tochter, die er mit der größten Sorgfalt erzog. Schon ftü- P«
her hatte er verschiedene Geliebten gehabt. Seine vielen Amtsge- sei
schäfte, seine litterarischen Arbeiten, verbunden mit einem viel- W
leicht zu anhaltenden Genuß der Lebensfreuden, hatten seine Ee- w
sundheit so geschwächt, daß er zu rhrer Wiederherstellung die Bä> sch
der von Padua brauchte, als er dort den Tod Leo's X. vernahm. A
Da er bereits hinlänglich mit Kirchengütern ausgestattet war, be- P
schloß er, sich ganz von den Geschäften zurückzuziehen, und deit so
Rest seiner Tage in Padua, dessen Luft ihm wunderbar zusagte, Fi
in der Beschäftigung mit den Wissenschaften und dem Umgänge m
mit seinen Freunden zu verleben. Sein Haus ward ein Tempel wl
der Musen. Die Gelehrten dieser berühmten Universität besuchten be
es eifrigst und die Fremden strömten dahin. Bembo brachte eine wi
ansehnliche Bibliothek, eine Sammlung von alten Münzen und D
Denkmälern zusammen, die damals für eine der reichsten in Italien iq
galt, und legte einen schönen botanischen Garten an. Den Früh- lie
ling und Herbst brachte er auf einer Villa,, Bozza genannt, zu, de>
welche von Alter» her seiner Familie gehörte. Die ungetrübt- Di
Muße des Landlebens wandte er besonders für seine Arbeiten i» trc
Prosa und Versen an. Im Jahre igLy wurde ihm von der Re- Nil
publik Venedig, nach Andreas Navagero's Tode, das Amt eines er
Historiographen angetragen, das er, wiewohl mit einigem Wider- re,
streben und unter Ablehnung des damit verbundenen Gehalts, an- ve
nahm. Zugleich ward er zum Bibliothekar der Kr. Marcusbiblio-thek ernannt. Papst Paul III., der 1534 Clemens VII. gefolgt Mwar, und bei einer von ihm beschlossenen Cardinalspromotion die AeAugen auf die berühmtesten Männer seiner Zeit warf, hatte auch ^Bembo dazu ausersetzrn, und würde ihn schon 1538 zum Cardinalernannt haben, wenn nicht die Feinde desselben die Wahl um "
Jahr verzögert hätten. Ihr Entgegenwirken war Ursache, os? ^Bembo erst 1539 den Cardinalshüt empfing, als er sich eben r»Venedig befand. Er begab sich sogleich nach Rom, und ewpM '
am Weihnachtstage die Weihe. Von jetzt an entsagte er der Dicht- ^
kunst und den schönen Wissenschaften, und machte die Kirchenvater >Und die heilige Schrift zu seinem Hauptstudium. Bon seinen MHern Arbeiten setzte er allein die Geschichte von Venedig M r
Zwei Jahre nachher ertheilte ihm Paul III,.das Bisthum vo" ^
Gübbio und bald darauf, um ihn in den Stgnd zu setzen, U
Kürdt gemäß in Kom zU leben / da Bembo sein Vermögen our ^bis Ausstattung seiner Tochter erschöpft hatte, der Papst aberilM sich zu haben wünschte, das reiche Bisthum von Bergamo. »