224 Bennigsen Beobachtung
Leibesstflege waren strenge, doch nicht übertrieben. Er ließ ?imBibliothek anlegen, wozu die alten gebrechlichen Brüder ho>D«ci-iprm'ius) Manuskripte abschreiben mußten. Dadurch half M-nedict, ohne es zu wollen, die literarischen Kenntnisse vom Unter-gang retten. Denn obschon er nur das Abschreiben rein asketischerBücher verstanden hatte, so wurde dies doch in der Folge »esclassische Werke aller Art ausgedehnt; und dem Benedictinerordenverdankt die gelehrte Welt die Erhaltung großer literariicher Schätze.
chBennr'gsen. In dem 1812 mit Frankreich begonnene«Kriege hatte Bennigsen bis zum Rückzug der Franzosen aus Mos-kau kein Commando, sondern befand sich, laut früherer Zeitungs-nachrichten, um die Person des Kaisers; im folgenden Jahre abererschien er an der Spitze einer bedeutenden Reservearmee, oder tusogenannten Armee von Polen, und nahm mit derselben an dnLeipziger Schlacht entscheidenden Antheil. Bennigsen trat auchals militärischer Schriftsteller auf und schrieb über die Cavallerie,Benze!-Sternau (Graf Carl Christian von), seit iMßGeheimer - Rath und Ministeriaidirector für das Departement dkSInnern im Großherzogthum Baden; früher churfürstl. crzkanzl.Staalsrath zu Rcgensburg; als einer der ausgezeichnetsten hums-ristischen Schriftsteller unserer Zeit, und Geistesverwandter Z-uchPauls bekannt. Seinen literarischen Ruhm begründete das gol-dene Kalb (eine Biographie, 1802 bis iZog, 4 Bände 8-,der ersten Ausgabe), welches geistvolle Werk ein sehr großes Put-licum unter den Deutschen fand; ihm folgten die Lebensgei-ster, Gotha 1804. 8-; Gespräche im Labyrinth, Z Bande,1806, 8. ; der steinerne Gast; die Zeitschrift Iason u. a. -Mannigfaltigkeit und schwelgender Reichthum an Bildern undVek-gleichungen» üppiger Witz, Feinheit und Beobachtung, tiefe Weißkennlniß, die sich vorzüglich in Ausmalung der Charaktere u>>'Einwebung feiner Bemerkungen und kräftiger Sittcnsprüche ZeMdunkle Mischung von Scherz und Ernst sind seinen Werken ebenso eigen, als die mangelhafte Erfindung und eine desultorM/oft nach Witz jagende, räthselhaft dunkle und spitzfündig tiestBehandlung seiner Gegenstände, welche nebst dem Seltsamen, Frap-panten und Überladenen der Komposition den reinen Genuß nichtselten stört, und die Gediegenheit der Form unmöglich machtDennoch bleibt die Lectüre derselben höchst interessant, und wen»sie nicht lange Zeit ununterbrochen fortgesetzt wird, sehr genußreich-Beobachtung ist der Zustand des Geistes, in welchem mandie Gegenstände auf sich einwirken läßt, um mit ungestörter Almmerksamkeit auf ihre Veränderungen und Wirkungen dasthümliche und Unterscheidende derselben kennen zu lernen. Hier»»«geht hervor, daß alle Beobachtung mit Absicht verbunden,auf Erfahrung oder gewisse Kenntniß der Erscheinungen gerMist, welche man durch dieselbe zu gewinnen sucht, ja daß die remErfahrung nicht ohne Beobachtung erworben wird. Ferner leim-tcl auch ein, daß zur Beooachtung, wenn sie dieses Resultatsvordnngen soll, nicht nur ein Gegenstand, welcher in dem Kw>der Erfahrung liegt, . sondern auch von Seiten des Beobachten-,ein feiner Sinn (des Äußern oder Innern, je nach dem eine a>ck .oder innere Erfahrung gemacht werden soll), d. i. ein naturiunverfälschtes und richtig geübtes Wahrnehmungsvermögen,
gesunden Organen, im Zustande des ruhigen, leidenschaftlosen