Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
225
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Beobachtung »rA

Az tvußtseynt, und eine gewandte Reflexion, welche dar Wahrge»Nst Kommene zu vergleichen, zu unterscheiden und ihm seinen gebuh»^ renden Platz in dem Gebiete der ganzen Erkenntniß anzuweisenfähig ist, crsodert werde. Wo diese Erfoderniffe in einem HodenGrade vorhanden, und durch Übung und Ausbildung zu einem.hH besonder» Talente, das Eigenthümliche der Dingejt,, leicht, sicher, vollkommen und genau aufzufassen,entwickelt und verbunden sind, da redet man von dem Beob»achtungsgeiste. Unentbehrlich ist er dem ausgezeichneten Ge».z, schästsmannc, und demjenigen, welcher die Erfahrungswiffenschaf»ten bearbeitet. Doch unterscheidet sich die gemeine Beobachtung,zsi d. i. die Beobachtung zu Zwecken des gemeinen Lebens, von der^ wissenschaftlichen dadurch, daß letztere methodisch, d. h.

nach bestimmten GruiMäyen und leitenden Principien, welch« au»e dem Wejen der Wissenschaft, zu deren Behuf die Beobachtung ge»z'cS macht wird, hervorgehen, angestellt werden muß, und aus datdkj Aussinden allgemeiner Gesetze, so wie sauf die Untericheidung de»

^ Wesentlichen und Zufälligen, ausgeht. Auch ist sie verschiede»

n,, dach den verschiedenen Gegenständen und Gebieten der Erfahrung»caf ^ ist i- R. die Beobachtung ästhetischer Gegenstände Haupt»

pss sächlich von einer ruhigen oder lebcndigen Einbildungskraft, und

^ von einem regen, zarten Gefühle abhängig; einer andern Beob»

ob- «chtuüg ferner bedarf der bildende Künstler, einer andern der Tou-runstler, Lichter, der Staatsmann u. s w., um in seinem Kreise>bh "was Zweckmäßiges zu wirken. Die Kunst insbesondere setzt

^ Beobachtungen zwar voraus, aber der geniale Künstler bildet nicht

!eü durchaus abhängig von der Beobachtung, sondern nur mittelbar.M 5?" Beobachtung entspringt in ihm aus einem regen Interesse für,nb . ö" beobachtenden Gegenstände der Kunst und Natur, oder irgendM «mem bedeutsamen Gesichtspunkt derselben, ist ohne Ängstlichkeit

be6 ^.^wang, und trägt dem Künstler früher oder später bei der

he/ ^"bung seiner Ideale herrliche Frucht, indem die gewonnen»

lese Wahrnehmung in den selbstgeschaffcnen Kreis seiner Ideal« unver»

,p- werkt aufgenommen, in die Darstellung verwebt, oder in eine HL»

W here Anschauung verwandelt wird, und dem sinnigen Beschauet

ht. aus dem Werke des Künstlers mit bedeutungsvoller Wahrheit, ob»

"" wohl in einem höhern Lichte, entgegentritt. Zur Anwendung und

ch. glücklich«« Verarbeitung der Beobachtungen in der Kunst aber ge»

^ hören Freiheit, Geschmack und Witz. Luch hat die Beobachtung

,if, »A.dk<>tur Und der Kunstwerke verschiedene Vortheile. Det

,n> Enhttische Kritiker aber bedarf zur richtigen Beurtheilung gegt»

iij W" Kunstwerke, nebst den leitenden Ideen der Kunsttheorie Und

nd »sthetik, auch der vielseitigen Beobachtung, um denselben an sich

tet «»v ,n> Verhältniß zu andern Werken ihrer Gattung, den gebuh»

in« Platz anzuweisen. Eine besondere Art der Beobachtungen

ch- wird durch Versuche oder Veränderungen bewirkt, welche

k«- "lit eine« Gegenstände vornimmt, um ihn in »erschiedeNeit

js« von verschiedenen Seiten zu betrachten, und dadurch

ea »«>s.^Esentliche von dem Zufälligen genauer abzusondern» Daher

!«< vft Versuche den Beobachtungen entgegen,

ich » die letzter», obwohl etwas willkürlich, voraus, daß

iit ^ Instand in ruhigem, von dem Beobachter nicht verändek»

!«- "m Zustande betrachtet werde. Beobachten heißt sonach, die Sda»r°n». r,p. (S«pp,. tz