Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
234
JPEG-Download
 

234 Bernardln dc Tf. Pikktt

stenz. schoss zu bedeutendem Ruhme gelangt ist; mehrere Künstler- na<akademien, vortreffliche Bibliotheken, und in allen Theilen d« alsWissenschaften ein« Menge sehr geschickter Männer, so daß es mil nölvollem Rechte ein Sitz der Künste und Wissenschaften genannt j» nawerden verdient. Die fünf Städte, woraus diese Hauptstadt je- Eisammengesetzf ist, sind: i. das eigentliche Berlin, welch» umim Jahre n6z vcm Markgrafen Albrecht dem Bären erbaut nun- senDie Stadt hat zy Straßen, und die Vorstädte derselben hei- Arßen: das Königsviertel, das spandauer Viertel (Ss- krlxhienstadt) und das stralauer Viertel. 2. Cöln a» 18der Spi.ee, welches gleichfalls Markgraf Albrecht erbaut Hai, Wwar ehedem eine besondere Stadt, deren Mauern aber nach uai Dinach abgebrochen worden sind. Sie wird von der Spree buchzwei Arme eingeschlossen, und dadurch zu einer Insel gebildet, f"Diese Stadt hat 2ä Straßen. Wenn man aus dem eigentlich«Berlin über die lange Brücke in die Stadt Cöln tritt, trifft ma>auf das königliche Schloß, welches 430 Schuhe in der-Länge und "»76 in der Tiefe hat. In demselben befinden sich, außer viel» "Kunstwerken und Sehenswürdigkeiten, die Antiquitäten-, Münz- »eund Medaillencabinette, die Naturalien- uud Äunstkammer. Cd» *nwird in Alt- und Reu-Cöln eingetheilt, weiches letztere viel ^Straßen hat. Hier ist die cölnsche oder cöpenicker Bor- ichstadt, welche 1736 in die äußere Mauer gezogen wurde. 3. Der s"Friedrichs werder ist von dem Churfürsten Friedrich Wilhelm demGroßen angelegt worden. Er hat 19 Straßen. 4. Die Doro-theen- oder Neustadt (.jetzt, »ach der letzten verstorbenen König»,Luisenstadt genannt) hat Churfürst Friedrich Wilhelm ange-legt, und sie nach seiner Gemahlin benannt. Sie ist nicht groß,hat nur 6 Straßen, aber schöne und zum Theil prächtige Häuser. ^Hier ist die berühmte Lindenallee, welche 4000 Fuß lang und ibabreit ist, und an beiden Seiten die prächtigsten Geoäude zeigtAls Spazicrgang wird sie in Berlin mit dem Namen unter d.e» ^Linden benannt; vor derselbe» befindet sich der Thiergarten, i" -welchem sich die mannigfaltigste» Spaziergänge, Alleen und Lab--rinthe befinden. 5. Die Fried.richsstadt hat Churfürst Frird- ^rich III. 1Ü88 angelegt. Sie übertrifft die übrigen vier Resident- ^städte an Größe, hat 23 breite und wohlgebaute Straßen, worm- ^ter die leipziger Straße prächtig und die Friedrichsstraße über eineViertclmeile lang ist. — Alle von Ven Franzosen entführte Ge- ^

gcnstände sind durch den pariser Frieden und zum Theil sch»" ^

früher von den siegreichen preußischen Heeren wieder genomm» ^

worden. „j

Bernardin dc St. Pierre (JaequeS - Henri), derb» k

rühmte Verfasser der Mulles lls ia fsbaruie, Paul-eeVirgrm« ^

eec., was 1737 in Havre - de - Grace von bemittelten Altern ge- ^

boren. Er genoß der besten Erziehung, ward aber schon ^ y,

zwölften Jahr« der Schulzwangs so übcrdrießig, daß er mit seM«Oheim, Capitain eines Kauffahrteischiffs, nach Martinique feg«'le, aber sogleich wieder zurückkam, „weil," wie er.selbst M- g,„diese Reise ihn unzufriedner mit seinem Onkel, mit der See un ^mit der Insel, auf der er vor Heimweh zu llerben geglaubt, ^

wachst habe, als er je mit Claffc-n, Büchrrn und Rcccor gewesen-.und sehte seine Studien in Gifors und Rouen, und dann ° wder Universität zu Caen muter fort. Seine Ältern sandten >,