Bernburg rzr
nach Paris in die Ingenieurschule, und er ging das folgende Jahrals Ingenieur - Ok'lzier nach Malta. Ein unglücklicher Zweikampfnöthigte ihn, sich von dort nach Holland einzuschiffen, von wo ernach Portugal wollte, welches damals put Spanien Krieg führte.Ein Zufall vereitelte diese Absicht, und er eilte nach Rußland,um Peter III. seine Dienste anzubieten. Unterwegs erfuhr er des-sen Katastrophe, ging nach Petersburg, um Catharincn denselbenAntrag zu machen, mußte ihr ober bis Moskau nachreisen, underhielt eiye Nnterlieutenantsstelle im Jngenieurcorps, die er nach18 Monaten niederlegte, um nach Frankreich zurückzukehren. SeinWeg führte ihn durch Polen, das eben insurgirt war. Er nahmDienste unter der französischen Partei und wurde von den Russengefangen genommen, jedoch nach einigen Lagen wieder frei gelas-sen. Nun hielt er sich einige Zeit in Warschau auf, und besuchtedann Dresden, Berlin und Wien, in der Absicht, in die Dicuste-einer fremden Macht zu treten. Es gelang ihm aber nicht, under veis'te nach Paris, und von dort als Ingenieur-Offizier nachJsle de France. Nach zwei Jahren bewogen ihn Zwistigkeiten, sei«nen Abschied zu nehmen und nach Frankreich zurückzukehren. Hierenden seine Reisen und seine militärisch? Laufbahn, die er mit EH--re, Muth und Charakterstärke durchschritten, und sein literari-sches Leben beginnt. Bon icxro Franken Pension überließ er zooseiner Mutter und 100 einer alten Magd; ihm blieben also nur600 Franken zu einer kümmerlichen Eristenz. Er vergrub sich ineine geringe Wohnung der Vorstadt St. Etienne, und gab 177zsein Vvz-NZL a 1 'lsls ste I'i-Liice'heraus, doch anonym; die Periodeseines Ruhmes war noch nicht gekommen. Äocb elf Jahre langordnete und verarbeitete er in den emsigen und fortgesetzten Stu-dien einer ununterbrochenen Eingezogeaheit die kostbaren Materia-lien, welche di. reichhaltigen Erfahrungen und Beobachtungen sei-nes Lebens ihm geliefert hatten. So glänzend als überraschenderschienen 178g, seine Ltiiäes äs 1 » narure. Seine äußere Lageverwandelte sich nun schnell. Er erhielt ansehnliche Pensionen.Ludwig XVI. ernannte ihn, mit dem Ausdruck: „in ihm einenwürdigen Nachfolger Buffons gefunden zu haben," zum Inten-danten des botanischen Gartens und naturhistorischen Museums.Unter Napoleons Herrschaft erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion,und Joseph Bonaparte setzte ihm unaufgefordert eine Ponfionvon 6000 Fr. aus. Die ersten fünf Jahre nach Herausgabe seinerNaturstudien beschäftigte er sich, Materialien zur immer gründli-chern Entwickelung dieses Stoffes zu sammeln. Seine vortrefflicheIdylle kieül er Virginia erschien I 78 Y. Kurz nach Vsul er Vir-Ainie gab er seine tll>au,nie,v Inaisnns heraus. Er starb denA^llen Januar 1814 auf seinem Landgute bei Paris. In seinemNachlaß haben sich die unvollendeten Harmonien der Natur/Memoiren über sein Leben, und eine Menge unregelmäßiger Dra-men und andrer leichten Werke der Phantasie gefunden.
Bernburg (Anhalt-), eins von den drei noch bestehen-ren anhaltischen Fürstenthümern, welche-' bei der letzten Theilunganhaltischen Länder im I. 160Z an Joachim Ernsts fünften>voyn, Ludwig, dessen Nachkommen eS bis jetzt besitze», kam, »achem Aussterben der zerbster Linie im I. 179z abetz, deren Länderdrck Linien 1797 unter sich theilten, noch einen Zu-achs erhielt. (S. Anhalt.) Die Große des FürstenthumS beträgt