242 Betrog der Sinne
brcchlichkekt wegen, im Stande sind, dem Betrüge, der siä m!iunendlichen Formen zu zeigen pflegt, Einhalt zu thun, desto w:toll der rein moralische Sinn des Menschen einen Abscheu vor olem demjenigen haben, was dazu beitragen könnte, seine Nk!ü- ^menschen zu tauschen, wie denn derjenige die höchste Stufest ^Moralität erstiegen hat, der im Stande ist, selbst da grvßnM ^von seinem Rechte abzustehen und sich desselben zu begeben, woo ^und zwar, ohne mit Vorsatz getäuscht zu haben, den positiven K ^setzen zufolge aus dem Irrthum eines Dritten Vortheil st!!» ^könnte. Aber der Betrug ist nicht allein aus höherer Morast« ^cipien als gänzlich unerlaubt darzustellen, sondern er verbietet siauch höchst bedingt durch sich selbst wegen der schädlichen Bezieh«»gen, welche er auf den Betrüger selbst zurückwirken läßt. Wennsther auch der Mensch im Stande wäre, von den Vortheilen«!! ^momentanen Nutzens geblendet, dem Betrüge zu frohncri; s» rdieser Nutzen doch wirklich nur absolut scheinbar, und es kann stbei nicht fehlen, daß der Betrüger spät oder früh alle Früchte soner boshaften Bemühungen einbüßen, und das Opfer der Holzn s^werde, die ein jeglicher Betrug unausbleiblich nach sich ziehen nist j,sAuch darf man sich durch das bekannte Sprichwort nicht täMlassen, daß der Zweck das Mittet heilige. Denn wenn wir ein«!«eine Theorie aufstellen wollen; so muß auch das Gebiet derselin zgso unbegränzt als möglich angegeben und in demselben durchs« ^keine Ausnahme gestattet werden'. Dem zufolge müssen wir jtzb hs,chen Betrug, selbst wenn dadurch ein Staat vorn Unterganges» nurettet werden könnte, tu der Theorie der Moral als unerl«! ^betrachten, und ihn geradezu als ein Verbrechen an der ewig p seiligen Wahrheit bezeichne». So z. B. können wir uns hier «> jh,enthalten, ein Factum aus der Geschichte anzuführen, welches inst> neals jedes andere Beispiel zeigen kann, daß die Historiker aller seiten bei Beurtheilung der Weltgeschichte nicht eben der streng,"' koMoral sich beflissen haben. Wem ist der Sieg Hermanns »der » ^
Narus unbekannt, und wer weiß nicht, daß Hermann diesen «»i lunicht der Tapferkeit, nicht der Ausdauer, nicht der überlege«"Kriegswissenschaft der Deutschen, sondern einzig und allein ein» Lieigentlichen Betrüge zu verdanken hatte? Von» Barus als Frm izaufgenommen, von ihm mit der innigen Hingebung "»es Brau zuin alle seine Geheimnisse eingeweiht, mißbrauchte Hermann dgl OGutmüthigkeit, die uns um so mehr für letzrern einnimmt, le>sie gänzlich von jeglichem, in dem gegebenen Falle so verzeih"»' VArgwohne entfernt war, dergestalt, daß er den Warus, der » Gwie ein Bruder dem andern vertraute, in einen Hinterhalt lv , dewo sein und seiner ganzen Armee Verderben auf ihn wartete. u>ge immerhin die Weltgeschichte wegen dieser Berrätherei dem P" Yimann die Siegeskrone zuerkennen; wir können unserm ^ uinicht widerstreben, und müssen dem zufolge gestehen, Hern.'- »e
Habe an seinem Freunde, der ihn mit Edelmutd und Offenhe" gi
genommen und als Freund an seinen Busen geschlossen, al»Verräther gehandelt. ^
Betrug der Sinne. Wenn wir sagen, die Sinne r suns, so kann das keine andere Bedeutung haben, als, ' ..
lassen uns zu einem Irrthume oder zu einem falschen Urtheuedie Beschaffenheiten der Dinge. Allein wir sind es /dlbss, ^ ,
durch das übereilte Urtheil täuschen, welches wir über »iess »