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Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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250 Beym«

Beym«, ehemals königl. preuß. Großkanzlcr, jetzt Reg»,rungöpräsidcnt« ist ein Mini, im preußischen Staate, der von v»,lcn verehrt, von etlichen gehaßt, von noch wenigern gering geach,tet wird. AIS Kammergerichtsrath zu Berlin erwarb er sich baldden Ruf eines scharf,'innige» und überaus thätigen Juristen; dach'wollten tiefer blickende Kenner der RechtSgelahrthelt und der Kunst,welche sie ausübt, an ihm wahrnehmen, daß er sich seines Scharf-sinnes in der Jurisprudenz zu sehr freue, und über einen kl.mn,gediegenen Sinn der Satzungen bisweilen hinweggehe, um ihn»einen neuen aufzudringen, und durch sein- Entdeckungen in keh-ren, welche der Rechtsbrauch so lange ganz anders verstand»'hatte, Bewunderung seines Geistes zu erregen. Er ward mitzwei andern Geschäftsmännern zum königlichen geheimen Cadineti-rath vorgeschlagen, als der edle, an Gesinnung und Wissen wahr-haft huntanc Mcnke, welcher dem jungen König zuerst Liebe er-worben, und Glorie über dessen Regierungsanfang verbreitet halte,durch gänzliche Erschöpfung seiner physischen Kräfte verhindertwurde, mit der nie getrübten Klarheit seines Geistes und Herzensdie Geschäfte des Cabinets noch länger zu leiten. Auf den erfreuBück ward Beyme von dem König erkohren - dessen eigne Gerad-heit von der Offenheit des Mannes im Ausdruck der Rede, deshellen Auges, in der bestimmten und lebendigen Haltung angezo-gen zu seyn scheint. Von nun an schenkte er demselben auch sie-be» Jahre hindurch bis zu der unglücklichen Katastrophe der preu-ßischen Monarchie ununterbrochen sein ganzes Vertrauen. Der Po-sten eines königl. geheimen Cabinetsraths für die innere Staats-verwaltung war damals von einer solchen Macht bekleidet, welch!das Ansehen der sämmtlichen StaatSminister weit überwog. Fried-rich der zweite, Selbstherrscher in jedem Sinne des Worts, derauch seine Minister nur als Präsidenten ihrer Bureaux nahm, unddie wesentlichsten Entscheidungen, auch in den innern Angelegen-heiten, immer von seinem Cabinet ausgehen ließ, brauchte die M-thc, die für dasselbe angestellt waren, im eigentlichsten Sinne, zuseinen Secretären, welche keinen andern Einfluß, als den zufälli-gen, ausübten, der einem jeglichen in der Nähe eines selbsthewschenden Monarchen wird. - Sein Nachfolger ließ die Rcgierungi-Maschine, wie er sie vorfand; aber wenig aufgelegt zu einer regel-mäßigen Arbeit und zu einer fortdauernden Selbstregicrung, kommer nicht hindern, daß die EabinetSräthe schon eine größere M-mgewannen. Allein es wirkten so viele andere Partciungen, !>viele Günstlinge und geliebte Treuen, solche mystische Intrigueso viele Zerstreuungen durch Freuden des Lebens und durch KrihVauf den Monarchen ein; er hatte in den bessern Stunden einen ndurchdringenden Bück, solches Selbstbewußtseyn seiner KenntEund seiner Kraft; er hatte endlich so viele Geneigtheit, auf s""StaatSminister zu hören, daß seine geheimen Cabinetsräthenigstens nie die monarchische Gewalt mit ihm theilten. Ohne o-Erfahrungen und ohne die Leidenschaften, womit er den Tft"bestiegen hatte, folgte ihm sein Sohn, belastet von dem PfüWfühl, welcher ungeheuern Arbeit er sich redlich unterziehen 1-»-zu bescheiden, um sich zu gestehen, welcheKraft für die Geschäftevorhanden sey, zu sehr durchdrungen von einem edlenStolz, um vielen bekennen zu wollen, daß er einer Geschäftefuhrn^im Sinn, im Umfang der Selbstrcaierung Friedrichs des Großen n--.