Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Beyme 25 '

gewachsen sen. Er hielt für Pflicht, er liebte, von dem Eabinetteaus, wie ein unumschränkter Monarch zu herrschen, und sein Ca-binetsratb mußte ihm dazu Kenntnisse, Erfahrungen, unermüdcteThätigkeit im Geschäfte der Feder leihen, mutzte seine eigeneRechtschaffenheit durch eine juristische Fertigkeit und Gediegenheitunterstützen, mußte allein um das Geheimniß wissen, wie täglicheine Cabinetöregierung im Geist des großen Ahnherrn ohne dessenGenre geführt ward. Nach allen diesen Rücksichten war Beymeeine vortreffliche Wahl. Alle erfoderlichs Eigenschaften besaß er,Mir daß man zweifeln mußte, ob er die umfassende allgemeine Bil-dung, die gründlichen Kenntnisse in allen Zweigen der Staatswis-stnschaft besitze, welche demjenigen unentbehrlich sind, der beständi-ger Rath eines unumschränkten Königs für alle Theile der Staats-verwaltung seyn soll. Es bat sich gezeigt, daß er wenigstens bemühtwar, sich diese allgemeinen und umfassenden Kenntnisse anzueignen,bestimmte Ansichten von allen Gattungen der Staatsgcschäfte zugewinnen, und bei aller Selbstständigkeit, die er zu behauptenfast eifersüchtig wachsam war, besaß er doch, so wenig ihn be-hagte, den Staatsministcrn einen Einfluß auf die Geschäfte zuverstatten, der> seinem Einfluß gefährlich werde» konnte, zu vielgute Einsicht, zu viel redlichen Willen, für das öffentliche Wohlzu sorgen, und das wahre Verdienst hervorzuheben, als daß ernicht den Reichthum trefflicher Kenntnisse benutzt hätte, welche sichfür alle Zweige der Staatsverwaltung unter den preußischen Ge-schäftsmännern findet. In militärischen Dingen war der KönigSelbstregcnt; die auswärtigen Angelegenheiten sind solcher Natur,daß der Etaatsminister, welcher sie leitet, der unmittelbaren Mit-theilungen gegen den Monarchen nicht entbehren kann. Auf beidesuchte Beyme auch nicht Einfluß zu erhalten, auf die politischenGeschäfte wenigstens nur mittelbar. Ein besonderer Cabinetsrathtrug über sie dem König vor, Lombard, nicht ohne Geist undelegante Kenntnisse, doch ein schwacher Charakter und Körper. Erwar sehr abhängig von Beyme's Kraft und Ansehen. Nach derZertrümmerung der preußischen Monarchie war es unmöglich, diealte Regierungs-Maschine wieder einzurichten, und fortgehen zulassen. Freiherr von Stein übernahm? der Schöpfer eines neuenpreußischen Staates zu werden. Ein heftiger Gegner der bisheri-gen Cabinetsregicrung, wollte er sie bis auf die letzte Spur ver-tilgen. Aber, es gereicht zum größten Lobe Beyme's, daß gleich-wohl jener unumwundene Staatsmann gegen sein bestimmtes undnie zu bezweifelndes juristisches Verdienst Achtung genug empfand,um ihn dem König, der gern darauf einging, zur Würde deSGroßkanzlers zu empfehlen. Keiner unter den alten Staatsmini-stern Preußens hatte den Rang, die Wirksamkeit, die nöthigenstlblrständigen Grundsätze eines solchen qeaen den mächtigen Cabi-mtsrath so zu behaupten gewußt, als^der Freiherr von Harden-kftg. Schon deßhalb mochte die Revolution in der preußischenStaatsverwaltung, welche diesen als Staatskanzler an die Spitzeorachtc, für Beyme nicht angenehm seyn; aber in eine Org-misa-«on, wodurch die Minister von dem Kanzler ziemlich abyänoigwüten, glaubte er sich nicht fügen zu dürfen. Er bek'mtchhalb seine» Abschied als Grohkanzler; weil indes, auch Harven-"ß oin zu großes eigenes Verdienst und zu hohes Gemüth besitzt,m das Verdienst nicht auch am Gegner zu achten, bleibt Beyme