Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Bibbiena rrz

kalb besonders lieb, und flößte ihm, indem er ihn für da« Practi-sche der Kunst bildete, Neigung ein, sich mit Kenntnissen zu be-reichern. Nachdem Fernando zuerst die Geometrie studirt hatte,betrachtete er mit Richtigkeit die Formen, die er copiren wollte.Alsdann beschäftigte er sich mit architektonischen Zeichnungen, alsdem der historischen Gattung, wofür Cignani ihn bestimmte, un-entbehrlichen Studium, aber jener fühlte eine angeborene Neigungfür diese schöne Kunst und ward Architekt. Die ersten Gebäude,die ihm anvertraut wurden, fanden Beifall, und die« bewog denHerzog Rannccio Farneie, ihm die Erbauung eines Lusthauses zuColoruo und die Verschönerung der dortigen Gärten zu übertra-gen. Sein Ruf stieg schnell, und ward Ursach, daß er nach Dar-relvna berufen wurde, um die Lustbarkeiten zu leiten, die manbei der Vermählung Carls IH. anstellte. Seine geistreichen An-gaben bei dieser Gelegenheit fanden großen Beifall und er kehrteaus Spanien, mit Lo'bsprüchcn und Geschenken überhäuft, zurück.Darauf machte ihn der Herzog von Parma zum Director seinerSchauspielhäuser und bewilligte ihm eine Pension mit dem Titefseines ersten Malers und seines Architekten. Aber ein größerer Wir-kungskreis erwartete ihn. Carl m., welcher Kaiser geworden war,riefBibbiena nach Wien, wo er dieselben Ämter wie in Parma mit einernoch bedeutendern Pension bekleidete. Sein erstes Geschäft war, dieglänzenden Feste zu leiten, die bei Gelegenheit der Geburt des Erzher.zogs Statt fanden. Mehrere schöne Gebäude wurden in Österreich nachseinen Zeichnungen aufgeführt. Nach den Kupferstichen davon z«urtheilen, fehlt ihnen jedoch jener Charakter der Einfachheit unddes Adels, die man in den Antiken und in den Werken der gutenBaumeister Italiens und Frankreichs seit dem igten Jahrhundertfindet. In seinen Theatermalereien hat er den fehlerhaften undverworrenen Styl des Barromini und Anderer noch weiter getrie-ben, dennoch sind seine Ensembles groß und wohl fähig, Erstem,nen und Wohlgefallen zu erregen. Nicht genugsam kann man da-bei bewundern, welche Vortheile er aus der geschickten Behandlungder Perspektive und aus dem außer dem Rahmen des Bildes gele-genen Gesichtspunkte zu ziehen wußte. Er rühmt sich mit Recht"> der Vorrede zu seinen Abhandlungen über dle Baukunst undPerspektive (Parma 1711), die ganze Tiefe dieser Methode in sei-ven theatralischen Decorationen kennen gelehrt zu haben. Sein«Schriften beweisen seine gründlichen Kenntnisse. Seine Kompo-sitionen waren genau und geistreich, die Ausführung fest, sein Co-ahmte den Stein vortrefflich nach; aber er hatte weder denReichthum noch die Abwechslung der Tinten eines Pannini, Ser-«andoni u. A. Als in seinem Alter sein schwaches Gesicht ihn amFialen verhinderte, beschäftigte er sich mit einer Durchsicht seiner«chnften, die er zu Bologna 1725 und 1731 unter veränderten«-iieln neu in 2 Bänden herausgab, den ersten unter dem Titel:irerrovi s' Kroviini «rufleiirl nel ülseANo ävU' arcflitetnir«Im zweiten handelt er von der Pecspective in allen ihrenU, - ^ ward zuletzt blind und starb 1743. Seine drei Söhned:e Kunst ihres Vaters durch ganz Italien und DeutschlandAntonio bekleidete das Ämt seines Vaters bei Kaiserb.« ^''useppe starb zu Berlin und Alessandro im Dienst«

^yurfurstcn von der Pfalz. Zu Augsburg rst eine Sammlungr Decorationen herausgekommen.