Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
254
JPEG-Download
 

2 54 Bibelgesellschaften Bibliotheken

Bibelgesellschaften. Ein wallisischer Geistlicher, duzunächst der Mangel der wallisischen (oder w'älischen) Bibel »üLondon führte, und der sich darüber mit einigen christlichen Mn,schcnfreunden besprach, gab die Veranlassung, daß am yten Myr804 die brit tische und a u slä n di sch e B i b c lg e sellsch-stgestiftet wurde. Bibelgesellschaft nannte sie sich, weil sie die Mbreitung der Bibel, dieses besten und trefflichsten aller Bücher, isfür alle Zeiten und Menschengeschlechter bestimmt ist, zu ihmZweck macht; brittisch sollte sie seyn, weil sie ihre wohlthachWirksamkeit zunächst auf die Armen Großbritanniens richtete; Mauch ausländisch, weil sie, soweit ihre Mittel und Kräfte zumchcn würden, Bibeln in allen Sprachen nach allen Gegenden d«Welt zu liefern sich vorsetzte. Um den möglichst allgemeinstes! Esbrauch zuzulassen, sollten die von der Gesellschaft zu vertheile»^Bibeln oh^e Zusätze und Erklärungen seyn. Im Z. 1504 war di!erste allgemeine Versammlung in London, welche den ihr veuslegten, einfach - schönen Plan einmüthig annahm. Lord Trif-mvuth wurde bald darauf zu ihrem Präsidenten gewählt, u»dmehrere Bischöfe, Lords und Parlamentsglieder »ahmen die Tül-len vom Vice-Präsidenten an. Jetzt begannen die Geschäfte. Di!durch die Londner Gesellschaft gegebene Beispiel fand TheilnaiMund Nachahmung, und bis 1815 hatten sich in allen Theilen Grchbritanniens bereits 484 ähnliche Anstalten gebildet und an die er-stere als Muttergesellschaft angeschlossen, um diese mit Geldbei-trägen zu unterstützen und dagegen von ihr mit Bibeln v.rsorzizu werden. Außerdem bestehen noch viele Bibelgesellschaften untelden geringern Bolksclassen, deren Glieder wöchentlich einen Hul-den oder ganzen Pfennig erlegen, um sich, ihren Kindern odünoch Armcrn eine Bibel zu verschaffen. Aber nicht nur in Erst-britannien, sondern auch in Deutschland, der Schweiz, Holland,Preußen, Rußland, Schweden, Dänemark, ja selbst in den übri-gen Welttheilen haben sich über hundert ähnliche Bibelsocietätt»gebildet, welche mit der englischen in Verbindung getreten sind.Die Einnahme und dem gemäß die Ausgabe hat mit jedem Zahnzugenommen; erstere betrug in den ersten zehn Jahren 29928/Pfund, letztere 267571 Pfund. Im Uten Jahre allein nahm di!Gesellschaft fast ioücioc> Pfund ein und gab über 80000 Pfund aus«Si« hat die Bibel ganz oder theilweise in iü theils europäische»,theils außereuropäischen Sprachen (mehrere stereotypisch) drucke»lassen, und außerdem große Summen auf den Druck anderer Aus-gaben der Bibel und des neuen Testaments in andern Ländern undSprachen verwendet. So nimmt sie Theil an der Übersetzung »»»dem Druck der Bibel in 25 orientalischen Sprachen, welche i»Ostindien unternommen werden. Auch di« Vollendung des chi"'»'scheu neuen Testaments hat sie unterstützt. Unter die wichtige»Werke, welche die Gesellschaft jetzt befördert, gehören: ein Msches neues Testament, der äthiopische Psalter, ein persisches nsm»Testament, der Druck der türkischen Bibel, welche Herr von D»«zu Berlin leitete u. a. m. — Die segenceichen Wirkungen dienwahrhaft christlichen Unternehmungen fangen bereits an,zelnen Beispielen sichtbar zu werden, und werden sich gewiß ""met herrlicher äußern. ,

Bibliotheken. Die älteste Bibliothek wird demscheu Könige Osymandyas zu MemphrS zugeschrieben, aber wa?