Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
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Bildhauerei »6r

M mvtstnen, nämkkch der poetischen. sr gibt auch»in Bild, welche« durch Worte hervorgebracht werden kann. I»so fern nun Worte das Organ der Poesie sind: so kann man einsolches Bild ein poetische« nennen. Zum Wesen der Poesie gehört's, Bilder und in Bildern darzustellen. Was man nun aber inder Poesie Bild nennt, hat nur uneigentlich diesen Namen, weildas Bild, gleich der Borstellung durch ein Bild, Glauben an eineiujere Realität und dadurch Empfindung bewirkt. Man denkt als»hierbei mehr an die Beschaffenheit der Borstellung durch ein Bildals an da« Bild selbst. Bild wird demnach hier bloß metaphorisch«braucht, alt bloße Vorstellung, welche mittelst der EinbildungS-kraft auf eine Anschauung bezogen wird, so daß diese den Scheindes Eeyns erhält, welcher dem Bilde, so wie daS Seyn selbst derAnschauung zukommt. Übrigens ist die Sphäre des Bildes vonvielen noch mehr erweitert, und nicht bloß in der Poesie, sonder»auch in allen Künsten gestattet worden. Denn außer der Mimik,welche einige-der Plastik beigesellen, zeigt sich wirklich, daß c«Bilder in der Tanzkunst (Tanzdi'Ider, Touren), in der Tonkunst(Lonbilder), so wie in der.Rede (Redebilder, Wortbilder), gek^.2n allen diesen Künsten pflegt man jedoch dasjenige, was wir hierBild genannt haben, Figur (s. d. Art.) zu nennen. Was hiernoch von dem musikalischen Bilde zu sagen seyn möchte, sollio dem Artikel, musikalische Mahlerci besonders abgehandelt werde».

Bildhauerei ist diejenige bildende Kunst, welche Bilderden körperlichen oder verkörperten Gegenständen mit der ryöglich»sten Wahrheit nach allen drei Raumerfüllungen, der Länge, Breiteund Liefe, mittelst des Meißels in harten Massen darstellt. DieseWerke werden in runde und halbrunde eingetheilt. Unterrunden Figuren versteht man solche, welche v»n allen Seite»betrachtet werden können. Sie sind verschiedener Art, entwederMze Körper, Hermen, Bruststücke, Büsten, Köpfe, Antlitze(Maschera, Gesicht ohne Hinterhaupt); außerdem Postamente, Va,Mund andere Geräthschasten. Unter h a I brun den Figure»versteht man Figuren, die bloß einem Theile der Oberfläche nachaus einem flachen Grunde hervorragen. Diese erhobene Arbeitnennt man gewöhnlich Relief« und theilt st-, je nach dem sieüber die Hälfte, genau die Hälfte, oder unter die ,Hälfte ihrerLecke Herausstehen, in flaut-, ckeirn- und fl-»-rsiisk» ein. I»Hmsicht des mechanischen und technischen Theils kommen zuerstMaterial und Werkzeug in Betracht. Das Material ist bngewöhnlich Holz oder Stein. Unter den Steinäxten ist derMarmor die für den Künstler schicklichste Masse. Da« vornehmst«und fast einzige Werkzeug der Bildhauerkunst ist der Meißel, vo»^ verschiedene Arten gibt, wie z. B. das Spitzeisen,

as Zahneisen , der Pickhammer, das Breiteiien, da« Runderse»,Swergeisen. Zur Arbeit von Marmor sind all« von Stahl,und werden mit eisernen Hämmern getrieben. Bei dem Sandsteineblngegen hat man sie nur verstähll, und treibt sie mit hölzernenDie fernern Instrumente der Bildhauerei sind der Drrt-iFindelbohrer-, die Raspel; Nebenwerkzeuge die Mensur»Richtscheit, das Stichmaß und der Krummcirkel (Taster).

"ver der Künstler an diese Handarbeit gehen kann, muß erDorvud in einer Masse geformt haben, deren Weichheit ihm