Bildhauerei
weniger Echwierigke-te» in den Weg legt, als die nachher zu k» A
arbeitende härtere Masse. Ein solches Vorbild heißt Modell, kd
manche Künstler öfters noch eine Skizze verfertige»-, w-
welche »os im Kleinen enthält, was das Modell größer ausführt. ist
v i? Ä? < „ Künstlern vertritt die Skizze nicht selten die Stell! in-des Modells selbst, andere können hingegen das letztere nicht ent- »e
behren. ^ Gewöhnlich bedient man sich zu beiden des nassen Thon« »i
oder des Lachses. Der Thon wäre die geschickteste Materie, Figum ur
zu bilden, wenn er seine Feuchtigkeit behielte. Nun aber rrockiut eü
^ I^^a n^en Theilen gleich sehr zusammen (in weichn» ""
Falle dagelbe, obgleich verminderte Verhältniß bleiben würde), so,» C-
dern die kliinen Theile trocknen weit geschwinder zusammen, »li A
dre großern, und der Leib der Figur, als der stärkste Theil, a» ^
spätesten. Das Wachs hingegen hat die Bequemlichkeit nicht. Ma h»
formt daher fli» Modell von Thon oder^ von Gyps und gießt ei D
alsdann in Wachs. Der Thon ruht bei dieser Arbeit auf du» ^
Pougirstuhl« und zwar auf der beweglichen Scheibe desselben, v
welche sich nicht allein nach allen Richtungen herumdrehen, sonder»au-ch erhöhen und erniedrigen läßt. Aus freier Hand mittelst du mPousflrhölzer bildet er hier die Skizze oder das Modell. Eine»
Theil nach dem andern arbeitet er im Groben mit der Hand euch st
bearbeitet ihn hernach mit den Poussirhölzern und dem nasse» ^
Schwämme weiter, und ebnet ihn mit dem nassen Pinsel. Nach'dem nun der Künstler auf diese Weise der weichen Masse Formgi-' trägt ^ diese auf die harte Masse über, in welch«das Werk ausgestellt -werden soll. Der Block, welcher dazu b»stimmt ist, zu demselben verarbeitet zu werden, steht vollkonin»'» ^senkrecht aus einem Gestelle, oder dem sogenannten Pousstrstlihst "auf welchem er mittelst des Hebebamns nach Erfodern kann »gedreht werden. Unweit des Blockes steht, ebenfalls auf eiiim ^
Poust.'rstuhle, das Modell. Nachdem nun diese Vorkehrung!» ,
sämmtlich getroffen sind, begibt sich der Künstler an die eigentlich!Arbeit, nämlich an das Behauen des Blockes. Hier gibt es m» k
eine doppelte Art, nach Maßgabe des Modells die Massen zu i» '
arbeiten, die practische und die akademische. Nach der en .
sten Art überzieht der Künstler Modell und Block mit cinand« ^
durchschneidenden Horizontal- und Perpendrcularlinien, welche»"! <
beiden, in gleichen Verhältnissen Quadrate bilden, worauf er,--!» ^
dann verfährt, wie man ein Gemählde durch «in Gitter vequ»z -
oder vergrößert. Es zeigt nämlich ein jedes kleines Viereck ^
Modells seine Flächentnasss gleichergcstalt auf jedem große» Biere» ,
des Blocks an. Da nun aber hierdurch gewissermaßen doch »»' zj
oberflächlich der eigentliche körperliche Inhalt, so wie der E ^
Grad der Erhöhung und Vertiefung des Modells bestimmt wer»« ^
kann, so wird der Künstler seiner künftigen Figur allerdings «>« ,
gewisses Verhältniß des Modells geben können. Dabei bleibt « f
aber lediglich der Leitung seines Auges überlassen und muß »' r
halb beständig zweifell-aft sey», ob er, in Hinsicht auf sem M- )
bell, zu tief oder zu flach, ob er zu viel, oder zu wenig M»» ,
weggenommen. Er ist seiner auch nicht im Stande, weder ^
äußern Umriß, „och denjenigen, welcher die innern Theile ,
Modells, oder diejenige!,, welche gegen die mittlere Erhöhung igehen-, oft nur wie mir einem-»hauche anzeigt, durch solche binzu bestimme,durch die er ganz untrüglich und ohne dre geriW