Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
263
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Bildhauerei 26z

u k» Abweichung eben dieselben Umrisse auf einen Stein entwerfenseil, könnte Weil nun auch ferner keine Gränzen der Tiefen gesetzttignr, werden können, so kann der Fehler, wenn einmal etwas verhauen

ührt. ist, nicht wieder ersetzt werden. Und endlich ist es ein Haupt»

Stille Mangel dieser Bcrfahrungsart, daß die auf den Stein aufgetrage-

: enn nen Linien alle Augenblicke weggehauen werden, und^ eben so oft,

ideiii nicht ohne Besorgnis; der Abweichung, von neuem müssen gezogen

giim und ergänzt werden. Diese Ungewißheit nöthigte Me Künstler,

ecknit einen sicherern Weg zu suchen und viele nahmen diejenige Berfah-

elchm rungsart an, welche von der französische» Akademie in Rvm zum

, so«, kopieren der Antiken zuerst erfunden war. Nach dieser befestigt

, «>! man nämlich über dem Blocke und dem Modelle die sogenannte

:, ai» Mensur, welches ein viereckiger Rahmen ist, von welchem man

Ma »ach gleich eingetheilten Graden Bleifadcn herunterfallen läßt.

ßt i! Durch diese Faden werden die äußersten Punkte der Figur deut-

' be« licher bezeichnet, als 'in der ersten Art durch Linien auf der

eil«, Fläche, wo ein jeder Punkt der äußere ist, geschehen konnte; sie

ndin geben auch dem Künstler ein sinnlicheres Maß von einigen der stärk-st du steu Erhöhungen und Vertiefungen durch die Grade ihrer Entfer-

Eiim uung von Theilen, welche sie decken, wodurch er in den Stand ge-

> aus, sitzt wird, freier, und mit mehreren! Muthe bei seiner Arbeit z»

oassi» Werke zu gehen. Da aber der Schwung einer krummen Linie nicht

Nach- genau zu bestimmen ist: so werden ebenfalls die Umrisse der Figur

cmgi- durch diesen Weg sehr zweifelhaft für den Künstler angedeutet,,eM in geringen Abweichungen von ihrer Hauptfläche wird sich der.

b,, silbe alle Augenblicke ohne Leitfaden und ohne Hülfe sehen. Er

mim 'st sihv begreiflich, daß in dieser Manier auch das wahre Vcrhält-

stiihli, "iß der Figuren schwer zu finden ist. Um diesem Übelstandc aus»

„in- zuweichen, bemüht man sich, jenes Verhältniß zu finden, indem

emm um» die Bleifaden durch Horizontallinien durchschneiden läßt. Mi-

unW ^tl Angels erfand einen neuen, vor ihm noch unbekannten und

it!ilsi sihr sinnreichen Weg, auf welchem er das richtige Verhältniß der

t nun Figuren zu bestimmen suchte. Eine Nachricht davon findet man

u Basari's Leben der Mahler rc. ausführlicher aufgezeichnet, als

er w ^ gier geschehen kann, weßwegen wir dahin verweisen. Hat nunlaM der Künstler nach einer dieser Methoden jeden Theil seines Mo»>e aus d,. 6 dach seiner Lage und seinem Verhältniß an dem Blocke be-r all- si arbeitet er denselben mit dem Eisen, und nach Ecfor-

Dzt dcrniß der Umstände, mit dem Bohrer aus, vermittelst welcher Jn-ck Ui ssfumente er die überflüssigen Theile an der Masse wegnimmt. Hier-sitttil geht er von dem äußersten Punkte nach» den innern Punkten, nur !r", und gründet so alle Hauptpunkte der Glieder, Muskeln derrecht! ^pcrie s- w. von allen Seilen. Ist ein Punkt gefunden,urdr» möglich ist, mit dem Bohrer-vorgearbeitet, fo schlägt

s ii« . Künstler den überflüssigen Stoff mit dem Spitzeisen aus, läßtbl " d°ch etwas stehen, damit es ihm bei der Ausarbeitung nicht

Usi ^sanglich schlägt er jeden Theil eckig aus, dann bricht er

M Ecken und rundet jeden Theil. Das Eisen darf,

M>O i" diel Stein abspringe, immer nur wenig auf einmrl

r ^ Hat nun aber der Block ungefähr die Figur, die er

e drs soll, erhalten: so wird er auspoussirt (mit dem Zahsr-

g i"' ausgebildet) und die Anlage zu den feinsten und zar-

gemacht. Die Massen uiitcr.den schwebenden oder^wachen Theilen, z. B. die Gegenden unter den Armen, zwi-