Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
271
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Vildhauer der Römer Bildhauer der Neuern 27*

Bildhauer der Römer. Die Römer hatten nie eineneigenen Styl in der Kunst, und nie voriüglichc Künstler. DieErrichtung ihres Staats war zu sehr auf kriegerische Unternehmun-gen gegründet, als daß ihnen die zu den Künsten nc-thige Mußeübrig geblieben wäre. Numa, ihr zweiter König, verbot, d.nGöttern Statuen in ihren Tempeln aufzustellen, wodurch jedochStatuen der «Lotter überhaupt nicht ausgeschlossen wurden, wel-ches der .eherne Janus mlt zwel Gesichter» beweif't, den Rumaseiest geweiht haben io!l. Zwar hatten schon alte ihre Könige Sta-tuen gehabt uüd sich dieselben selbst errichtet; aber Wtnckelmannvermuthet nicht ohne Grund, daß sie von hetrurische» Künstlerngebildet wurden, wie die Römer überhaupt, sowohl in Ansehungder Sitten als der Religion, viel von den Hetruriern annahmen.Da sich nun diese Werke weder durch ihren innern Werth, nochüberhaupt durch die Bedeutsamkeit, welche fsie erhalten habe»,auszeichnen, so.können wir sie füglich mit Stillschweigen über-gehen.

Bildhauer der Neuern. Die christliche Religion, welchein Griechenland eingeführt wurde, verbot die Verfertigung vonStatuen, welche man Idole (Götzenbilder) nannte. Daher verga-ßen die-Griechen auch'isogar da« Mechanische der Bildnern. DtLKunst zu mahlen, mehr begünstigt von der Religion, erhielt, sichunter ihnen, nur war sie fast ausschließlich religiösen Darstellun-gen gewidmet. Zn der römischen Kirche harte man immerfort aus-glhauene Bilder, die zwar ohn« Genialität waren, aber die Be-schäftigung damit diente doch .dazu, das Mechanische der Btldncrctnicht zu vergessen. Da die.griechischen Mahler, welche nach Ita-lien berufen waren, daselbst -die Zeichnung wieder cmporbrachien,so erhob sich von nun an auch dir Bildnerei wieder. Aonato(Donatello), geboren zü Florenz lZ?,A, studirte anp-r derZeichnung und Bildnerei die Baukunst und Perspektive. Unterm-orrrn berühmten Werken ist besonders die eherne Statue desheiligen MarcuS an der Kirche desselben zu Florenz durch ine Fragedes Wischet Angela: Marco, perclls non irii parli > (Marcus,warum sprichst du nicht mit mir?) berühmt. Er starb r^o-S->mon, des Vorigen Bruder, machte eine von den metallene»-ayUren der Peterskrrche zu Rom. Andre» Pisano (Ptsa-nctlv) war sowohl als Bildner wie als Stempclschneider be-rühmt. Andrea Wer rocchio, der Lehrer des Pietro Perugmound des Leonardo da Vinci in der Mahlerei, gab aus Neid überseinen letztgenannten Schüler diese Kunst aus, und beschäftigte sichrwZig mit der Bildnerei. Er goß die Ritterstatue deS vencuanl-scheu Generals Bartolomeo Colleone in Erz, bei deren Guß ersich erhitzte und an den Folgen davon starb. Er erfand unter den-teuern die Kunst, Verstorbene abzuformen. Rustici, ungefähr147 » zu Fiorenz gebore», Schüler des Verrocchio und nachher deSLeonardo da Vinci, von welchem Letztern er die Kunst zu modeln-ren, den Marmor zu bearbeiten, in Bronze zu gießen und diePmpective lernte. Michel Angela Buonarotti, geboren1474, gest. 15 Ü 4 , lieferte schon in seiner frühe» Zti-worüber man erstaunte, den Kops einer alten Frauund die Statue eines Hekculcs. Sein Amor, den er in Floren;" h"te und wieder ausgraben ließ, wurde für eine schoneu>re gehalten, bis der Künstler «inen zurüLbehaltencn Arm