Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
283
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tischen vollkommen ähnlich, ob es gleich aus der Geschichte mehrals wahrscheinlich ist, daß die Gri-chen nicht von den Ugyptiernlernten. Die Formen dieser Statuen waren eckig; der Kopf, des-sen Geschlecht man nicht unterscheiden konnte, zeigte von allen denMerkmalen, die den Anfang jeder Kunst charaktensiren, undwelche man auch an den ägyptischen Statuen vorfand; die Augenwarcn blinzcnd, die Haare in kleine Ringel geordnet, und glichendicht neben einander liegenden Beeren einer Weintraube, übri-gens war, nach Winckelmann, die Zeichnung nachdrücklich, aberhart, kräftig, aber ohne Grazie; und der starke Ausdruck ver-minderte die Schönheit. Die Kunst war streng und hart wie dieGerechtigkeit dieser Zeiten, die auf das geringste Verbrechen denTod setzte. Übrigens beweis't die marmorne Pallas in Lebens-größe in der Villa Albani, die älteste Statue, die wir noch be-sitzen, daß die griechischen Künstler aus dieser Epoche, gleich denägyptischen, ihre Werke sehr fleißig ausarbeiteten; wie überhauptder Fleiß in der Ausführung leichter und früher erlangt wird,als die Kenntniß dcS Schönen. Ein besonderer Umstand dieserEpoche ist, daß die Künstler ihre rhönerncn Statuen, besondersdie des Jupiter und Pan, mit Roth anstrichen, welches ohneZweifel auf die Gewohnheit roher abgöttischer Nationen hindeu-tete, vermöge welcher diese die Bilder ihrer Götter mit demBlute der Opferthierc besprengten. Der zweite, oder derhohe Styl der griechischen Kunst, welchen Phidias schuf, wurdenothwendig durch den ältern vorbereitet; denn durch die Härt«desselben offenbarte sich der genau bezeichnete Umriß und die Si-cherheit in der Ausführung des ersten Styls, und die Zeichnungdes zweiten Styls führte durch männliche, obgleich etwas harteund genau beqranzte Umrisse zur Wahrheit und Schönheit derForm. Die Künstler des erster» ältern Styls hatten ssch ein Sy-stem von Regeln aufgestellt, welche zwar von der Natur entnom-men waren, von denen sie sich aber nach und nach entfernten undi»m Ideal aufstiegen. Die Künstler der zweiten Periode hingegenerhoben sich über dieses System, und näherten sich der Wahrheitder Natur, wodurch sie in den Stand gesetzt wurden, allmähligvon dem Harten und Eckigen der Figur in flüssige Umrisse dersel-ben Überzugehen, und weniger gelehrt, aber schön, erhaben undssvfß zu werden. Dennoch wurde noch hin und wieder jy der» k ^ .dieses hohen Styls das Gerade des ältern beibehalten,wodurch die Umrisse allerdings noch hin und wieder eckig blieben;

°Evn auch das Streben nach Größe und nach dein , was dieaiUMcr Geist und Gefühl nennen, ihren Figuren einen Scheingeben mußte, welche nicht allein den Künstlern des er-kiin sondern auch denen des zweiten vorgeworfen werden

ann. Indessen gestehen wir unserer Seits, daß uns die Härtezw"ten Styl« eine qualitative und geistige, diejenige hin?ersten Styl« eine qualitative und bloß materielle zu>s'- Winckelmann führt als die vorzüglichsten Werk«Ni»? Friede an, eine Pallas, neun Palmen hoch, in derwüria welche ihm der großen Bildner jenes Zeitalters

aew,U ^""t. Ihr Kopf hat bei Häher Schönheit e-»e

»ur welche freilich durch mehr Rundung und S,ndigks;i

der geworden wäre; ferner die Riobe und ihre Töchter in

uc> Licdlkl, welche man aber nicht an jenem Scheine von