Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
291
JPEG-Download
 

Blinde

291

ft

»ii!

Im

all«

O!

iflb

lfiv

ll!,

I«

iiü

w

W

ntü

Ä

»!>

«rl

«»

Ä

P!

ms

Imk

Ich»

hl»

erl»

r!»

P

^!>l

M

Ll!

h»°

vr»

b,»>

>»»

üb»

M-

«S»

chli,

»n-

Dd

d»

V

,W

tg»

da»

ch»

F

terscheiden kennen, Andere auch dies geringe Sehvermögen ver»loren haben; 2 . den Ursachen nach. Manch« Manschen sind gleichvon der Geburt an blind gewesen, andere sind es erst in der Folgevon örtlichen Krankheiten der Augen geworden, z. B. von Ent-zündung, Vereiterung, Krebs des Augapfels, Flecken, Fellen,Gewächsen auf der Hornhaut, wodurch sie ihre Durchsichtigkeitverliert, Verwachsung der Pupille, Trübung der klaren Flüssig-keit in den Augenkammern, Lähmung der Augennerven u. s. w.,oder von allgemeinen Krankheiten des Körpers, heftigen Fiebern,Nervenfiebern, Bollblütigkeit und Andrang des Blutes nach demKopfe, Rothlauf im Gesicht, Blattern, Scharlachfiever u. a m.,oder von zu starker Anstrengung der Sehkraft und dadurch be-wirkter Schwäch« der Augennerven, daher manche Handwerkerund Künstler, z. B. Schmiede, Glas-- und Hüttenarbeiter, Uhr-macher u. a. m., leicht um das Gesicht kommen, und in denlange mit Schnee bedeckten, vorn Sonnenschein blendenden nörd»lichen^Gegenden, so wie in den Sandwüsten Arrika's, häufigeBlindheit Statt findet. Das hohe Alter selbst führt zuweilenBlindheit herbei vom Eintrocknen der feinen Flüssigkeiten im Au-ge, von der Trübung der Hornhaut, der Crystalllinse u, s. w»Bei den B li» d g e b 0 rn e n finden gleichfalls mehrere Ursache»Statt. Zuweilen sind die Augcnlieder an den Ränvern zusammen-gewachsen, oder sie sind mit dem Augapfel selbst verwachsen, oderes ist eine besondere Haut über die Augen gezogen; zuweilen istder Augenstern verschlossen, oder er ist zugleich an die Hornhautgewachsen, oder die Pupillenöffnuna ist nicht an der rechten Stelle,so daß die Lichtstrahlen nicht in die Mitte des Auges fallen, an-drer, zum Theil nicht erkennbarer Fehler nicht zu gedenken. DieBlindgebornen haben gar keine Begriffe vom Sehen; alle von die-sem Sinne abhängende Vorstellungen sind ihnen unbekannt. Siekönnen sich daher nicht so unglücklich fühlen, als diejenigen, welcheerst in spätern Jahren ihr Gesicht verloren haben, da sie nichtwissen, was sie entbehren. Die Erfahrung hat bei manchenBlmdgebornen, oder solchen, welche in der Kindheit schon das Ge-sicht verloren haben, gelehrt, daß sie sich von allen GegenständenAj"! rudere Begriffe machen. Einem jungen Menschen, welchen^hesklden am grauen Staare operirte, kam es in dem Augenblicke,oa er sehen konnte, vor, als wenn ihm alle Gegenstände ganznahe vor die Lugen gestellt wären; er konnte keinen Gegenstandnon dem andern unterscheiden, so verschieden auch ihre Form wär.^Egenstande, die ihm durch das Gefühl schon vorher bekannt wa-ren, betrachtete er mit vieler Aufmerksamkeit, um sie ein ander-mal wieder zu erkennen; allein er vergaß bald wieder alles, weileinmal zu viel zu merken hatte. Er wunderte sich sehr,vap vle Personen, die er am meisten lisi»te, nicht schöner waren,- ? v>e andern. Ehe er das Gesicht Lieder bekam, äußerte er.Begierde, diesen Sinn zu erlangen. Bei allen dendie lange blind gewesen sind, schärfen sich die andernbei 5 ">ehr, vielleicht weil die Zerstreuung wegfällt, welchevon dem Erblicken so mannichfaltiger Gegenständelentkä^ »Daher ist bei vielen Blinden selbst die innere See-aal 2 verstärkt, und bei Vielen entwickeln sich ihre Talente/^M'rdige Weise. Besonders wird da« Gefühl unl»^ sehr scharf »ei ihnen, E- r»jrh einem Blinkn erzählt,> - ry *