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Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Bluttaufe Boerhaave 297

ter, herkommen. Daher ist die Verwandtschaft oder der Grad derBlutsfreundschaft unter solchen Personen, die mit einander in ei-ner geraden Linie stehen, größer, als der Grad der Blutver-wandtschaft unter solchen Personen, die durch verschiedene Seiten-linien mit einander verbunden sind. Die Personen in gerader Li-nie sind gleichsam lauter Entwickelungen des nämlichen Keimes,der in dem Stammvater befindlich war. Jede Seitenlinie aber istEntwickelung eines eigene» oder besonder» Keims, der von demKeime des andern unterschieden ist, und nur darin mit demselbenübereinkommt, daß er mit jenem zugleich im Stammvater existiere.Wenn man also nach der Verwandschaft zweier Personen aus zweiSeitenlinien einer Familie fragt, so ist dies in der That eine ganzandere Verwandtschaft als die, welche sich zwischen zwei Personenaus einer geraden Linie befindet. Mithin können auch die Zeugun-gen aus einer Linie nicht auf die andere Seitenlinie fortgezähltwerden, wenn man die Grade der Verwandtschaft zwischen zwesPersonen aus zwei Seitenlinien richtig bestimmen will. Die ein-zige naturgemäße Regel ist in dem Falle die, daß man die Zeu-gungen vom gemeinschaftlichen Stamme in jeder Seitenlinie bisauf die Personen zählt, nach deren Vcrwandsthaft man fragt, undden Abstand jeder dieser Personen von dem gemeinschaftlichenStamme in der Kahl der letzten Zeugung aus jeder Linie ausdrückt.Wenn man aber die Verwandtschaft zweier Personen in einer ge-raden Linie den Graden nach bezeichnen will, so zählt man die Zeu-gungen von der einen zur andern.

Bluttaufe wurde zuerst von Tertullian der Martyrertodgenannt, den er und nach ihm eine Menge anderer christlicher Leh-rer als eine zweite, zur Vergebung der Sünden noch kräftigereLaufe betrachten jlehrte, und den Gläubigen dringend empfahl.Bergl. d. Art. Märtyrer. L-

,. Bvdoni, geboren um das I. 1740 zu Parma, woselbst schonstm Vater eine Buchdruck-rei besaß, hat sich den Ruhm erworben,Es was seine Kunst früher an prachtvollen und dem Schönheits-sinn zusagenden Werken geliestrt, bei weitem übertroffe» zu ha-ben. Schönheit seiner Lettern, seiner Schwärze und des Pa-V'erS läßt eben so wenig als die ganze Anordnung des Technischenetwas zu wünschen übrig, und schwerlich möchte es ihm darin ir-gend einer seiner Nachfolger zuvortbun. Sein Homer ist ein wahr-haft bewundernswürdiges Prachtwerk; wie denn namentlich seinegriechischen Lettern unter ollen neuern Versuchen der Art amglücklichsten die Züge der Handschriften nachahmen. Ein gebil-deter Geschmack, eine rastlose Thätigkeit, unterstützt von einemEjchaltchen Vermögen, haben Bvdoni auf diese Höhe der Kunst^",/rt. Auch hat die Regierung seine rühmlichen Bemühungenvielfach anerkannt, unterstützt und belohnt. Er starb zu Anfangbes Jahres igi4. ^

*Eoerhaave (Herrmann), einer der berühmtesten Arzte desaouzehnten Jahrhunderts, derjenige, den unsere neuern Zeilen am°«sie„ dem Galen des Alterthums entgegenstellen könne«, wennnicht an Tiefe des Genies, doch an Mannichfaltigkcit derund dadurch, daß sein medictnisches System fast a.us-L,angenommen wurde. Er war 4ÜS8 zu Woorhout heir yoe» geboren. Sein Baker, der daselbst Geistlicher und sehrwandert in den alten Sprachen und her Geschichte war, bestimmte