Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
305
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Böhme

Z05

bungSkraft waltete, mit Benutzung des aus mystischen und chemi«sch-n Schriften Aufgefaßten, größtenlheilS gleichnißweise (webetdas Gleichnißund Bild sich ihm fast unbemerkt in die Sache selbstverwandelt) im planlosen dunkeln Gedankenlauft und mit reger Auf.Wallung des Gemüths Weiler ausgebildet hat. 'Und diese Erkennt,niß erklärt er überall für das Werk einer göttlichen Erleuchtung,welche ihm verstatte, einen Blick in die Liefe der Gottheit unddar innere Wesen der Dinge zu thun, um so mehr, da er, sichvon seiner geistigen Entwickelung und dem rastlosen Drängen undRegen in seinem Innern selbst nicht Rechenschaft zu geben ver-mag: er selbst'aber sagt, weil alle höhere Erkenntniß ohne gött-liche Offenbarung unmöglich sen. So wahr der letztere Satz auchist, so wenig ist diese Offenbarung, wie sie allen eigentlichen My.stikern erscheint, ein bloß leidenrliches Vernehmen beson-derer göttlicher Einwirkung; ja die Wahrheit des »ncmsiprechli-,chen religiösen Gefühls, durch Natur, Schrift oder Gewissen auf-geregt, wird, je stärker und lebhafter dieses ist, um so mehr aufdie Bilder und Vorstellungen übergetragen, welche dasselbe in devaufgeregten Einbildungskraft erweckt, und so wird manche mensch-liche BorstellungLweise wlS eine Wirkung besonderer Offenbarungangesehen, da ihr doch nur eine mittelbare und gleichsam ab-geleitete Wahrheit zukommt. In Hinsicht seines sittlichenSinnes und religiösen Lebens aber, welches mehr ist als einzelneWorstellungsweisen, und welches vollkommen mitzutheilen er sichselbst unfähig fühlte, mochte er mit Recht eine göttliche Erlcuch.tung in sich finden. So sind, in Böhme L Schriften neben vielentiefsinnigen und köstlichen Äußerungen, auch viele willkürlicheSpiele der Phantasie und Verworrenheit in Gedanken und Aus-druck zu finden. Aber freilich wohl wäre es auch dem Gelehrtenschwer'geworden, solche Fülle des Gemüths festzuhalten, und, dieihm zuströmenden Gedanken in Worten klar und deutlich auszu»sprechen; auch nicht alle gelehrte Bildung könnte mit solchem Reich-thum des Gemüths verbunden seyn, und Kielen mangelt die leben-dige Einbildungskraft, welche sie bekämpfen müßten; daher es ih-nen auch nicht schwer fällt, auf Verwirrungen derselben vornehmherabzusehen. Bei Böhme aber konnte jenes sorgsame, die Energiedenkenden und fühlenden Austandes selbst lähmende Mißtrauenund ängstliche umherblicken nicht eintreten, welches in unsern Zei-vor Verwirrungen dieser Art durch Geschichte un!>Kritik gewarnt, aus Furcht, den Ruhm des reinen Denkers zuverlieren, und von den andern ein Mystiker und Schwärmer ge»nannt zu werden, vor asten Dingen jeden Antheil des Gefühls und»er Einbildungskraft (wo noch etwas von selbiger übrig geblie»ven- im Denken abschneiden zu müssen glaubt: denn das abstrakte- m-,. seinem Zeitalter diese Höhe noch nicht erreicht;

aues Philosophiren stüötc kick alSuliia auf die ibrlltlicde Offenba.